3. KAP.
Zeit Alexanders des Großen
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sich stärker gegen die Demokratie, die immer mehr verwildert, abschließt, ein Nach-lassen des Eifers für die gymnasialen Spiele, zum mindesten unter den Reichen und Vor-nehmen, sei es, daß sie es mehr in ihren Privatübungsplätzen taten und die öffentlichenmieden, sei es, daß der „agonale" Mensch in Griechenland allmählich mehr zurücktrat.Jedenfalls läßt sich so die Anklage verstehen, die Andokydes, der Redner und Partei-führer, gegen seinen Zeitgenossen Alkibiades erhob, daß er die Jugend verführe und einZerstörer der Gymnasien sei 83 .
Hier also in diesen Gymnasien mit ihren verschiedenen Heiligtümern, den Gräbern,den reich mit Statuen und Sitzplätzen geschmückten Promenaden, den Spielplätzen,den Stadien und den mit Alleen umstandenen Hippodromen müssen die Wurzeln dergriechischen Gartenkunst gesucht werden. Ihre ganze Bedeutung können wir allerdingserst aus ihrer Entwicklung erfassen, die sie über den Hellenismus zu ihrer höchstenGlanzepoche in der römischen Villa nahm. Erst dort, wo sich neben einer unmittelbarenWeiterentwicklung hellenistischer Gärten in dem hochgebildeten Kreise, der sich in derklassischen Zeit um Cicero schließt, ein ganz bewußtes Zurückgreifen auf den griechi-schen Philosophengarten findet, legen sich die rein griechischen Elemente der späterenGartenkunst auf das deutlichste klar.
Einstweilen aber sollte dieser griechischen Entfaltung der Gartenkunst von außenher ein mächtiger Impuls kommen. Durch Alexander des Großen Eroberungszüge wirdmit einem Schlage ganz Asien mit seiner hochentwickelten Gartenkunst der griechischenKultur erschlossen. Schon vorher hatten einzelne Männer mit Bewunderung von denherrlichen Parks der Orientalen gesprochen. Die kleinasiatischen Griechen werden inihrem näheren Zusammenwohnen mit den Persern und den anderen orientalischenStämmen schon weit früher auch auf dem Gebiete der Gartenliebe und -pflege demMutterland vorausgeeilt sein. Schon Dareios I. lobt einen Satrapen, daß er Früchtevon jenseits des Euphrat nach Kleinasien verpflanzt habe. Nach den Perserkriegen mußein reges Interesse auch in Griechenland vorausgesetzt werden; wenn der SatrapTissaphernes, wie Plutarch berichtet 84 , einen besonders schönen Park Alkibiades zuEhren mit dessen Namen belegt, so kann er sich eine Wirkung dieser höfischen Schmei-chelei nur versprechen, wenn er bei Alkibiades auch Interesse und Liebe für seinen Parkvoraussetzen darf. Xenophon schildert die Paradiese der Perser, die er auf seinem Zugetrifft, mit der ausgesprochenen Absicht, seinen Landsleuten ein Vorbild zu geben, demsie nacheifern sollten und könnten.
Alexander selbst führte schon die Jagdlust, die er aus seiner rauhen und wald-reichen Heimat mitbrachte, mit Vorliebe in die Parks der von ihm unterjochten Länder.In Indien fand er Haine und Wälder von Mauern umschlossen, reich bewässert, mit vielEdelwild, aber selbst Löwen schoß er dort von aufgerichteten Kanzeln. Das Paradiesvon Bazisda 86 war so wildreich, daß 4000 Stück erlegt werden konnten, um dem ganzenHeere einen Schmaus zu bereiten. Auf seiner Rückkehr von Indien kränzte Alexandersein Heer mit Efeu; da diese Pflanze in den babylonischen Parks nicht wuchs, beschloßer sie dort anzupflanzen. Harpalos, den er mit der Aufsicht über die Parks betrauthatte, wollte es gerade mit dem Efeu nicht gelingen, so sehr er sonst mit seinenAkklimatisationsversuchen griechischer Pflanzen Glück hatte, selbst die Linde undnach mancher Mühe auch den Buchs machte er dort heimisch 86 . Überall sorgteAlexander dafür, daß die Parks gut beaufsichtigt und gepflegt wurden, und als er in