3. KAP.
öffentliche Gartenpflege in Griechenland
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fast überall Weihstatuen gestanden. Ringsumher müssen wir uns einen großen Parkdenken. Auffällig ist, daß bei der Neigung der Pergamener zu Terrassenanlagen,die sie hier mit einem Riesenaufwand von Arbeit erst in den Fels geschnitten haben, dieTreppe, der Aufgang von Terrasse zu Terrasse, nicht als bedeutsam wirkendes Glied indas Bild eingefügt ist. Sie ist ganz für sich behandelt, als überdeckte Wendeltreppe, diezur oberen Terrasse, aber an einer Ecke in ungleichen Breiten, emporführt. Es ist dieseBemerkung für die Entwicklung des antiken Villengartens im Verhältnis zur italieni-schen Renaissance von einschneidender Wichtigkeit.
Dieses Gymnasium ist gewiß eines der imposantesten des Altertums. Die ge-waltige Kraft und pathetische Größe der pergamenischen Kunst findet auch hierihren vollen Ausdruck. Sie steht in stärkstem Gegensatz zu den kleinen maßvollenVerhältnissen des delphischen Gymnasiums; der Zufall wollte, daß am Anfang derEntwicklung sich auch eine Terrassenanlage erhalten hat, während die großen, ebenenGymnasien klassischer Zeit bisher noch kein genügendes Bild zeigen.
In Griechenland finden wir also zum ersten Male eine der demokratischen Ent-wicklung gemäße öffentliche Gartenpflege. Ein Ort wurde geschaffen, einzig zu demZwecke, um dem Menschen Schatten, kühle Brunnen, gute Luft und wohlgepflegteWege mit Sitzen zu gewähren, teils, damit sie ihren Körper bilden, teils, damitsie, wie die platonischen Dialoge schildern, als Spaziergänger im Gespräch sichergehen und sich dann behaglich auf einem der Sitze niederlassen konnten. Jederein gärtnerische Nutzbarkeit, die bei der Anlage der ägyptischen Gärten auch inden Tempelgärten immer der leitende Gesichtspunkt blieb, war ausgeschlossen, ebensofehlt der Gedanke eines Jagdreviers, wie es im wesentlichen das orientalische Paradiesbildete; wir dürfen hier zum ersten Male an einen Lustgarten im modernen Sinnedenken.
Bald aber wollte man sich nicht mehr mit diesen öffentlichen Gymnasien begnügen.Gerade in der Zeit des großen Umschwunges in der Lebensweise der attischen Bürger,dem Erstarken des städtischen Zusammenlebens, hören wir auch zuerst, daß die Vor-nehmen nicht mehr zufrieden waren, in den Staatsgymnasien ihre Übungen und Zu-sammenkünfte abzuhalten und ihre Bäder zu besuchen. Sie begannen sich von demDemos zu trennen und sich eigene private Gymnasien und Bäder anzulegen 76 . Die
, Abb. 55Gymnasium zuPergamon
MITTLERE TERRA
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Nach Athen.""' ftj-rmti Mitteil.