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Das Gymnasium von Pergamon
3. KA P.
Abb. 64
Gymnasium in
Delphi,
Badebassin
Nach Athen.Mitteil.
Leider genügen die Ausgrabungen der anderen klassischen Gymnasien noch garnicht, da man das Hauptaugenmerk bisher immer nur auf die Bauten des Peristylsgerichtet hat, der ja nach Vitruv nur einen Teil des Gymnasiums ausmacht. Dasprächtige Peristyl in Epidauros, mit dem reichen Propylon und dem großen Säulen-hof ist erst im IV. Jahrhundert erbaut, da die Rennbahn aber noch nicht aus-gegraben ist, können wir in dem großen Mittelhof allein Gartenanlagen vermuten.Ebenso unbefriedigend sind die Ausgrabungen in Olympia. Vielleicht werden weitereGrabungen die Säulenhalle des sogenannten großen Gymnasiums, die nördlich andas Peristyl stößt, als Xystos erweisen. Aber auch das weit besser ausgegrabeneuntere Gymnasium von Priene hat außer den sicher zu vermutenden Garten-anlagen im Peristyl, das sich nach Süden frei, nach Osten auf das Stadion öffnet,ringsumher in den nichtausgegrabenen Teilen seine Parkanlagen und Heiligtümergehabt.
Ein einziges Gymnasium der Spätzeit bietet sich uns in seiner ganzen imposantenAusdehnung: das Gymnasium von Pergamon 75 (Abb. 55). Das Terrain steigt in dreimächtigen Terrassen, die einen Höhenunterschied von je 12 bis 14 m zeigen, empor.Kolossale Stützmauern, denen unten Nischen, wahrscheinlich mit Weihstatuen ge-schmückt, oben große Portiken vorgelagert sind, halten das Erdreich. Alle drei Ter-rassen sind mit Bauten bedeckt, die zum Gymnasium gehören. Die mittlere scheint be-sonders geeignet, um imponierende Gartenanlagen aufzunehmen. Hier hat man mehrereGebäude, darunter einen Tempel, wahrscheinlich einem der Gymnasiumsgötter, viel-leicht dem Herakles heilig, gefunden. Nur die obere Terrasse zeigt aber ein gewaltigesPeristyl, von Sälen und Gemächern, wie sie Vitruv verlangt, umgeben. Auch hier wirddies Peristyl im Innern als Garten geschmückt gewesen sein; an den Säulen haben