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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
Entstehung
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Akademie

3. KAP.

daliegt; da eilt er zu den Hyperboräern, deren herrliche, fruchtbare Anlagen er be-wundert, holt einen Ölzweig und pflanzt das Reis dort ein,wo die Wagen zwölfmalin die Runde um das Ziel donnern", so daß nun ein schattiger Hain den Platz umgibt.Doch auch in dieser Darstellung sehen wir die enge Verbindung der frühesten Agon-plätze mit geweihten Hainen. Zugleich aber zeigt uns die Odenschilderung die praktischeNotwendigkeit, in den südlichen Ländern bei den erhitzenden Spielen den Zuschauernsowohl, wie den ermüdeten Kämpfern segensreichen Schatten zu spenden. Daß dieBepflanzung ganz regelmäßig sein mußte, geht nicht nur aus gelegentlichen Nachrich-ten, sondern aus dem praktischen Gebrauch der Plätze hervor. Der Kampfplatz selbstmußte frei bleiben und um ihn herum die Baumalleen führen.

Mit der wachsenden Bedeutung, welche die agonalen Spiele für Griechenland gewan-nen, stellte sich mehr und mehr das Bedürfnis heraus, feste Übungsstätten für dieJugend zu errichten, ohne daß diese erste Entwicklung der Gymnasien sich zeitlich fest-stellen ließe. Sie ging Hand in Hand mit der Ausdehnung der gymnasialen Übungenals Erziehung der griechischen Jugend. Immer aber bleibt auch hier deutlich die An-knüpfung an eine Kultstätte, an ein Heroon. Am klarsten läßt sich Entstehungund allmähliches Wachstum an dem berühmtesten griechischen Gymnasium, an derAkademie, verfolgen. Der Name leitet sich her von einem Heros Hekademos, dessenKultstätte überliefert ist. Dieses Heroon, in dem die Gedächtnisspiele zu Ehren desHeros gefeiert werden, hat sich allmählich zu der berühmten attischen Erziehungsstätteausgewachsen. Andere Heiligtümer haben sich angegliedert, so vor allem der Temenosder Athena mit den zwölf heiligen Ölbäumen, von denen einer als Absenker der vonAthena selbst auf dem Erechtheion gepflanzten Olive galt. Auch andere Götter, Zeus undPrometheus und Hephaistos 54 , wurden darin verehrt, auch Hermes und Herakles, dieeigentlichen Schutzgötter aller gymnastischen Spiele, fehlten nicht, selbst dem Eros warein Altar heilig. Schon zur Zeit der Tyrannen bestand das Gymnasium, aber erst unterKimon wurde es zu einer vielbewunderten Anlage 55 . Er versorgte die Akademie, die bisdahin unter der Trockenheit ihrer Lage sehr gelitten hatte, mit Wasser und machte sie soaus einem nur mit Bäumen bestandenen, unfruchtbaren Platze zu einem schönen frucht-baren Parke, der weithin berühmt wurde. Um üppige Wiesen wuchsen schattige Alleen vonPappeln, Ulmen und Platanen, deren herrlicher Wuchs und enorme Stärke noch Plinius 56bewunderte. Auch für breite Fahrwege und schattige Promenaden hatte Kimon gesorgt.

Gerade zu Kimons Zeit begann man überhaupt ein weiteres Interesse an der Ver-schönerung der Städte durch Gartenanlagen zu nehmen. Kimon ließ auch die Agora vonAthen mit Bäumen bepflanzen. In anderen Städten fand das Nachahmung. Die Agoravon Anthedon, nahe bei Theben, wurde von einer doppelten Säulenhalle umsäumt,innerhalb derselben war sie mit Bäumen bepflanzt 57 . Überall begann man in der Zeitdes Aufblühens der Städte zierliche und schöne Anlagen zu machen. In Sparta gab eseinen Übungsplatz inmitten der Stadt, kreisrund, wie eine Meerinsel, von einemEuri-pos" 58 umflossen, nur zwei Brücken führten herüber, von denen die eine mit einem Her-kulesbild, die andere mit einer Lykurgstatue geschmückt war. Der Platz selbst war mitschönen Platanen bepflanzt und führte nach ihnen den Namen Platanistas 59 . InKorinth 60 lag das alte Gymnasium neben dem Theater und dabei ein schöner Quell,Lema genannt, um den herum Säulenhallen und Sitzplätze für die Spaziergänger imSommer angebracht waren, also auch Gartenanlagen innerhalb der Portikus.