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.3. KAP.
Adonisgärtlein
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wir die ersten Keime der Topfgärtnerei finden, sie lehrten allen denen, die derGärten entbehren mußten und die ihre Häuser schmücken wollten, einen Ersatz inden Pflanzen der Topfscherben finden, und Theophrast 32 bezeugt, daß man damalszu seiner Zeit auch schon Pflanzen zu anderen Zwecken in Töpfen zog.
Doch kannte man die Adonisgärtlein noch im kaiserlichen Rom. Als der aus demOrient kommende Wunder-täterApollonius vonTyana inRom von Domitian auf demPalatin empfangen wurde,fand er den Kaiser im Hofedes Adonis: „dieser Hof warmit Blumen geschmückt,durch die Gärten des Adoniswie sie die Assyrier demAdonis machten und aufihren Dächern pflanzten".Der Berichterstatter wußtealso noch Genaueresüber denKult, so, daß er aus Syrien,der Heimat der Adonisver-ehrung, einst auch nach Grie-chenland gekommen war.Im Kaiserhause des Domi-tian werden den Säulenhofrings am Dache umlaufendeBlumenkästen geschmückthaben 33 ; Spuren einer ähn-lichenZierde werden wirnochin Pompeji kennen lernen.
Und wie die griechischenFrauen ursprünglich in kur-zer Festzeit ihre flachenDächer mit grünenden Topf-scherben schmückten, sowerden sie später diese hüb-sche Zierde die ganze Jahres-zeit über beibehalten haben,
bis sich dann daraus allmählich die Pracht entfaltete, wie sie die Häuser des späterenRoms auf Dächern und Balkons zeigten. Plinius freilich hat von den Adonisgärten einearg übertriebene, unklare Vorstellung, wenn er sich darunter etwas Ähnliches denktwie die Gärten der Hesperiden, den Garten des Alkinoos und die hängenden derSemiramis, mit denen er sie, als höchster Bewunderung 34 wert, zusammenstellt.
Mit dem Beginn des peloponnesischen Krieges trat in der Wohnweise der attischenBürger ein großer Umschwung ein. Damals gelang es Perikles' Überredungskunst und derbitteren Notwendigkeit, die ländlichen Bürger, Bauern und Junker mit aller fahrenden
Abb. 50A
Museum A then