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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
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Zh'e Po^'s feindlich der privaten Gartenentwicklung

3. KAP.

Habe in die Stadt zu ziehen. Das platte Land umher verfiel der Verwüstung des Aristoda-mus. Sehr ungern und mit vielem Murren und Zagen gaben sie das liebe Landleben aufund ließen ihre schönen Landsitze im Stich. Aber die Not zwang, und jene alte Zeitkam für die attischen Gebiete niemals wieder. Bald sah man wie auf eine glück-liche Vergangenheit auf jene Tage, da Attika so sicher war, daß es mit schönen Land-häusern bedeckt war, schöner als die in der Stadt 35 . Nur die Eleier durften nochnach alter Gewohnheit auf dem Lande leben, sie liebten das Landleben, so daßes wohlhabende Familien gab, die seit Generationen nicht in die Stadt gekommenwaren" 36 . Ihnen war diese frühe Gewohnheit nie zerstört worden, da der Gottesfriedeihre Gefilde schützte, ja, sie durften lange noch ihre eigene zerstreute Gerichtsbar-keit genießen, ein Ideal, das auch wohl den attischen Junkern noch bis zu Theo-phrasts Zeiten vorschwebte, wie sein Spott über einen solchen Aristokraten zeigt 37 .Diese verhaßte und immer wachsende Demokratie war es nun, die mehr noch als dieKriegsunruhe den Athener Edlen zwang, für alle Zukunft auf das Landleben zu ver-zichten. Wie sehr ungünstig aber diese Entwicklung der Entfaltung einer privatenGartenkunst sein mußte, leuchtet ein.

Natürlich beschränkt sich diese Entwicklung auf das Mutterland. In Kleinasien wirddie starke Berührung mit dem Orient wohl auch eine dem Orient angepaßte Garten-pflege gezeitigt haben, ohne daß wir imstande sind, dies nachzuweisen. In den GärtenMakedoniens, die schon erwähnt wurden, mögen wohl schon früh direkte Einflüsse ausKleinasien wirksam gewesen sein. Wie sehr sich auch auf griechischem Boden, wohinder Orient sicher nicht reichte, bei günstigen sozialen Verhältnissen sofort eine Vorliebefür Gärten und Parks entwickelt hat, zeigt Sizilien. Hier besaß der mächtige TyrannGelon schon um das Jahr 500 v. Chr. im Bruttierlande einen Park, der durch seineSchönheit hervorragte und auf das reichlichste bewässert war, und darin einen Platz,der ein wunderschönesHörn der Amaltheia'' nach der Ziege, die das Zeusknäblein nährte,genannt wird 38 . Wir können darunter nur ein Nymphäum verstehen, eines jener Heilig-tümer, wie sie schon Homer schildert, das schön angeordnete Bäume, kunstvoll ge-faßtes Wasser, wohl meistens auch eine Grotte verlangte. Welcher Art die Bewässerungim Parke des Gelon war, ist nur zu vermuten, vielleicht sollte der NameHörn derAmaltheia" auf einen reichen Wasserfall deuten, vielleicht bezog er sich auch nur aufdie üppige Fruchtbarkeit des Ortes 39 . In späterer Zeit waren diese Nymphenheilig-tümer in Gärten weit verbreitet. Ein Relief des Lateranmuseums (Abb. 51), das aller-dings erst aus hellenistischer Zeit stammt, früher direkt als Amaltheion gedeutet, gibteine hübsche Darstellung solch einer Grottenanlage. Ähnlich werden auch die Musen-heiligtümer in den Gärten bald weit verbreitet gewesen sein. In Sizilien besaß der ältereDionysios ein Paradies, in das er Platanen pflanzte, die sein Stolz waren, wenn sie auchkeinen hohen Wuchs erreichten. Zu Theophrasts Zeiten schmückten die Bäume einGymnasium, das auf diesem Gebiete angelegt war.

Auf Hellas selbst aber mußte dieselbe demokratische Verfassung, die dem Privat-mann die Möglichkeit nahm, sich Gärten im großen Stile anzulegen, einer Pflege öffent-licher Anlagen günstig sein. In der Tat werden wir hier den Weg suchen müssen,der uns schließlich zu einer Kunst großen Stiles führt.

Die heiligen Haine, die zu Homers Zeiten noch meistens von Bauwerken allein denAltar enthielten, wurden in der späteren Zeit mehr und mehr zu gartenartiger Um-