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3. KAP.
Blumengärten — Gartenschriftsteller
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Habichte, Baumeulen und breitzüngige Krähen, die der Meeresgeschäfte kundig sind,nisten. Ein Weinstock rankt sich, von Trauben schwellend, um den Eingang der Grotte.Vier Quellen entspringen nachbarlich und schlängeln sich hierhin und dorthin um dieWiesen, die von Veilchen und Eppich schwellen. Es ist ein Bild, „das auch ein Unsterb-licher mit Freuden verweilend anschaut" 17 .
So sehen wir in der homerischen Kultur allerlei Keime zu einer Gartenentwicklung,die aber die Folgezeit bei ganz veränderten sozialen Bedingungen sehr ungleich zurEntfaltung brachte. Wohl wissen wir, daß der Grieche bis in das V. Jahrhundert mitVorliebe auf dem Lande lebte, daß selbst die Verwüstungen der Perserkriege ihn nichthinderten, sich im folgenden Frieden seine Wohnstätte wieder aufzubauen 18 . Dochwar alles in verhältnismäßig kleinen Landbesitz zerplittert. Auch die Reichen hattenin ihren Häusern zwar „prächtiges Gerät" angesammelt, in ihren Gärten aber bautensie die nötigen Früchte für das Haus wohl in gleicherweise, wie zu des Odysseus Zeiten.Als Kimon die Zäune seiner Gärten niederlegen ließ 19 , um jedermann Zutritt zu verschaf-fen, gab er damit keine kunstvollen Anlagen preis, nur die Früchte sollten allen zu-gänglich sein. Vielleicht, obgleich uns leider alle bestimmten Nachrichten über dieseZeit fehlen, hat man doch begonnen, Blumen in den Gärten zu ziehen; denn die Sitte,sich zu bekränzen, die dem homerischen Epos noch so fremd war, beginnt vom VI. Jahr-hundert an mehr und mehr das ganze Leben des Hellenen zu durchdringen. Jede gottes-dienstliche Handlung wurde von Bekränzten ausgeführt, jederGeweihte wurde bekränzt,und da das Symposion mit einer gottesdienstlichen Handlung begann, so bekränztensich auch dabei die Gäste 20 .
Allerdings waren es noch wenig Blumenarten, die der Grieche kannte, und das alteVolksliedchen, das Athenäus aufbewahrt hat 21 : „Wo finde ich die Rose, wo die Veilchenund wo den schönen Eppich?" zählt schon fast alle Arten auf, die das frühe Altertumgekannt hat, Lilie, Krokus und Hyazinthe kommen noch hinzu. Die Rose wird denGriechen wohl bald nach homerischer Zeit auch als Gartenzuchtblume bekannt gewesensein. Am Fuße des Bermiongebirges in Makedonien liegen schon in Herodots 22 Zeitendie fruchtbaren Gärten des Midas, des Sohnes des Gorgias, wo selbst sechzigblättrigeRosen wachsen, die an Wohlgeruch alles übertreffen. Vielleicht kam über Makedoniendie Rosenkultur nach Griechenland. Sie wächst dort schnell an; Demosthenes 23 kenntschon Rosengärten, in denen viele Arten gezüchtet wurden. Über alle Einzelheiten vonBlumenzucht und Anlage solcher Gärten lassen uns die griechischen Quellen im Stich,und der Verfasser des pseudoplatonischen Minos kann unsere Neugierde nur rege machen,wenn er von „Schriften über Gärten, von Gärtnern verfaßt" 24 spricht, von denen keineSpur hinterblieben ist. Auch der besondere Ausdruck für Beet oder Rabatte „Perikepoi"läßt auf einen Blumengarten mit Beeten schließen. Als der Bedarf an Blumen wuchs,werden besondere Handelsgärtner ihn gedeckt haben, aber für den Hausgebrauch habensicher auch die Junker neben den Gemüsen Blumen gezogen. Wie weit in Griechenlandetwa schon die Blumenzucht durch medizinische Zwecke, wie so deutlich erkennbar imMittelalter, gefördert wo-den ist, ist aus den Quellen nicht sichtbar. Wohlriechendnennt auch Aristophanes 25 die Gärten; besonders auch um Gräber pflanzte man gernewohlriechende Gewächse, da der Wohlgeruch als ein Zeichen der Verklärung des Totengalt 26 . Da Gräber häufig einen Teil der Gärten ausmachen, so werden wir auch darineine Förderung der Blumenzucht sehen. Blumen wurden auch in den Hainen weiblicher