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Der Garten des Laertes
3. KAP.
auf. Offene Säulenhallen und Terrassen schauen auf das lieblich grüne abgeschlosseneTal herab (Abb. 47); seitliche Treppen führen herunter. Leider fehlen nun weitereGrabungen, doch eine fast zwingende Notwendigkeit drängt dazu, hier anschließendschöne üppige Gärten zu denken, die dem Luxus der Lebensweise dieser vornehmeneleganten Fürsten entsprach. Aber dieses Blatt in der Geschichte der kretischenKultur, die die Denkmäler jährlich deutlicher schreiben, bleibt für unsere Kunst leidernoch leer.
Ein wenig helleres Licht strahlt die homerische Ritterpoesie aus. Auch hier spiegelnsich Sitten und Lebensweise eines Herrenvolkes, das wohl geneigt war, in der Muße, die
Abb. 46
Kretische
Blumenmalerei
aus Hagia
Triada
Nach
Monumenti
Antichi
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ihm der Krieg ließ, sich mit der Pflege des Gartens zu beschäftigen. Und das Eposzeigt uns auch bedeutsame Ansätze zur Entfaltung einer Gartenkunst; freilich warendie Lebensgebräuche einfacher, als sie sich im Palaste zu Knossos entfaltet haben.Den alten Laertes hat wohl der Kummer um seinen verschollenen Sohn Odysseus aufsein Landgut getrieben, so daß er dort im Knechteskleid niedere Arbeit verrichtet.Doch die Pflege seines Gartens, den er sich durch den Fleiß seiner Hände erworben,war ihm niemals fremd gewesen. Früh schon erzog er den Knaben Odysseus zu gleicherBeschäftigung und schenkte ihm, um seinen Ehrgeiz anzustacheln, eine Reihe vonFruchtbäumen und Rebstöcken. Einen Farmgarten würden wir diesen Platz nennen,wo sich der Heimgekehrte dem kummerbedrückten Vater zu erkennen gibt; schöngeordnete Reihen von Obstbäumen und Weinspalieren, umgeben von einem Zaun ausDornstrauch geflochten; zu ihm gehörte das einfache Haus, in dem mit dem Herrn zu-gleich die Knechte wohnen, die den Acker bestellen (Odyssee XXIV). Ähnlich werden wir
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