2. KAP.
Heilige Bäume und Gärten der Buddha
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der, oder den Reisenden, die von Westen kommen, ist niemals ein Unterschied zu ihrenheimischen Parkanlagen aufgefallen, während die Reisenden in China ganz von diesemabweichenden Eindruck erfüllt sind. Bildwerke sind leider nur sehr wenige erhalten undauch diese nicht einmal vom Festlande. Um so mehr wissen uns die heiligen Texte vonder Liebe dieses Volkes zu seinen Gärten zu erzählen.
Ebenso wie im übrigen Westasien war die Baumverehrung ein uralter heiliger Ge-brauch. Zahllos sind die Darstellungen der immer gleichen Szene: Ein Baum steht ineinem Gehege, einem Zaun aus Weidengeflecht oder aus Holzstäben, oder einer ver-zierten Steinbalustrade 60 . Ihn umgeben die Opfernden, häufig ein Mann und ein W'eibmit Knaben, die die Opfergaben tragen, oder eine ganze Menge von Gläubigen oderstatt dieser auch Tiere, die sich ehrfürchtig umher gelagert haben, so Gazellen oderLöwen, ja ganze Herden haben sich eingefunden. Auf den Pforten von Sanchi kommteine solche Szene mindestens 63 mal vor 61 . Einem jeden der Buddha war ein andererBaum heilig, unter dem ihm die Erleuchtung gekommen war. Und unter einem Baumegebar auch die Königin Mäyä den Knaben Gotama, der dann als heiligster Buddha dieWelt erleuchten sollte. Der Garten, in dem dieser Baum stand, hieß derLumbinigarten,er war für die Mutter der Mäyä-Divi zum Geschenk von ihrem Gatten angelegt, und alsMäyä fühlte, daß ihre Stunde gekommen, wandelte sie in ihrem Garten von Beet zuBeet, beschaute die Bäume, bis sie zu dem Plaskshabaum kommt, der sich grüßend vorihr als der Auserwählten neigt. Dieser Garten war einer der Lustparks, die die indischenGroßen vor der Stadt besaßen; denn Mäyä begibt sich auf einem Wagen auf zierlich ge-schmückten Wegen dorthin. Diese Lustgärten mit ihren Blumenbeeten und Lotos-teichen, den schattigen Alleen dichtbelaubter Pippalas- und Salbäume spielen auchweiter im Leben Gotamas eine große Rolle. Nach seinem elterlichen Garten wollte derKönigssohn zu einer Lustfahrt sich begeben, als er die vierfache Erscheinung von derVergänglichkeit dieses Lebens empfing, die ihn zur Flucht aus dem Vaterhause be-stimmte 62 .
Aber nicht nur die Könige, auch die Gemeinden der Städte besaßen in der Nähe großeVergnügungsparks, die jedermann zugänglich waren, in denen Baulichkeiten aller Artfür die Bequemlichkeit und das Vergnügen der Bürger geschaffen waren. Diese Parksscheinen von je ein Hauptsitz der indischen Anachoreten gewesen zu sein. Alle Dar-stellungen vom Leben des Buddha auf seinem Gang zur Erleuchtung zeigen ihn dieheiligen Büßer besuchend, die in einer Hütte von Bambusrohr oder einer Steingrotteinmitten von Palmenhainen oder anderen Parks wohnen. Als dann der Ruf des Buddhagewaltiger wurde, wetteiferte man, ihm und seinen Jüngern solche Parks zu schenken,in denen sie während der Regenzeit ihre Rast halten konnten. Die heiligen Texte schil-dern sie mit der immer gleichen Formel „nicht zu ferne und nicht zu nahe der Stadt,wohl versehen mit Eingängen, leicht erreichbar für alles Volk, das dorthin verlangt, beiTage nicht zu belebt, bei Nacht still, von Lärm und Menschenschwarm entfernt, einOrt der Zurückgezogenheit und einsamer Betrachtung". Einer der berühmtesten dieserParks war das Jetavana, das der große Kaufmann Anathapinta, ein höchst freigebigerVerehrer des Buddha, diesem zum Geschenk machte. Im V. Jahrhundert n. Chr. schildertihn der chinesische Pilger Fa Hian: „das klare Wasser der Teiche, das üppige Grün unddie zahllosen Blumen in mannigfachen Farben vereinen sich zu dem Bilde, das man denVitera des Chi-un (Jetavana) nennt". Dieser Park war einst auch königlicher Besitz ge-