HMBMMH
■^^^^HH
2. KAP.
Israelitische Grabhaine — Das Paradies
45
ruht auch im Tode nicht einsam, eine große Reihe von anderen Gräbern findetsich in seinem Bezirk, es gilt für eine hohe Ehre, im Haine dort seine Ruhestättezu finden 513 .
Ebenso dienten den Israeliten die Gärten als Grabstätten. Schon Abraham kauftesich ein doppeltes Grab, das in einem Baumgarten gelegen war 52 . Bei den Königen wares später ganz allgemeine Sitte, die ersten wurden in Jerusalem, wo die Gärten bei derDavidsburg lagen, begraben. Von Manasse an fanden sie ihre Ruhestätte in Ussae, auchin dem Garten, der bei dem königlichen Hause lag 53 . Aber bis in die späte Zeit war dieseSitte verbreitet, ist doch der tote Körper Jesu in einem Privatgarten des Josef vonArimathia begraben worden 64 . Die Juden stellten an den Anfang aller Dinge dieSchöpfung eines Gartens, des Eden. Dieser Garten der Genesis ist ganz nach dem Bilde
Abb. 42
Grab des Saudi
bei Schiras
Phot.
der orientalischen Baumparks geschildert, denn Jahve ließ aus dem Erdboden hervor-sprießen allerlei Bäume, schön zum Ansehen und gut zum Essen und mitten im Gartenden Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen und auch hier den Baum des Lebens.Spätere Redaktionen haben dann noch die nötige Bewässerung hinzugefügt, den Strom,der in Eden seine Quelle hatte und von dem die vier Ströme ausgehen. In diesem Gartenwurde der Mensch geschaffen zu allen Tieren, die dort miteinander lebten, wie auf denBildern der Parks der assyrischen Großen die Löwen friedlich unter Palmen und beiLilien lagern. Dieser Garten gab reiche Erfrischung sowohl durch seine Früchte, wieseinen lieblichen Schatten; selbst Gott läßt die naive anthropomorphistische Erzählungin der Abendkühle in dem Garten lustwandeln 55 .
Außer den Gräbern, die von der Patriarchenzeit in diesen Parks ihre Stätte fanden,errichteten die Juden dort auch häufig Heiligtümer und Opferstätten. Diese Sittescheinen sie von den umwohnenden Heidenvölkern angenommen zu haben. Zwar pflanzte