Druckschrift 
1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
Entstehung
Seite
44
Einzelbild herunterladen
 

HHMMi

44

Persische Grabhaine

2. KAP.

Abb. 41 iGra& d«s Cyruszu Pasargadae 3

2VaeÄ Dieulafoy

wie etwa im ägyptischen Tempel von Deir-el-Bakhari, die großen regelmäßigen Garten-terrassen, unterstützt von den gefundenen Pflanzenresten, sich aufzubauen. Jedenfallsaber waren auch hier die Terrassen mit großen Gartenanlagen geschmückt. Die Auf-gänge in den ägyptischen Tempeln durchschnitten nur in langsamem Anstieg dieFuttermauern, während hier ein bedeutsames Beispiel im Altertum große Frei-treppen an den Futtermauern emporsteigen. Daß wir uns zur Seite und oben regel-mäßige Gartenanlagen denken dürfen, zeigt der Schmuck der oberen Treppenwange,hier läuft in oberster Reihe ein Streifen mit Zypressen in regelmäßigen Abständenaufsteigend (Abb. 40), so daß man einen ähnlichen Schmuck sich lebendig davorvorstellen darf. Erst eine viel spätere Zeit gestattet einen Einblick in die Ent-wicklung persischer Ziergärten, die Zeit, in der auch die Poesie Wunder von derBlumenliebe der Perser und ihren Rosengärten zu berichten weiß.

Eine große Bedeutung haben auch schon bei den alten Persern die Grabhaine

gehabt. Das Grab desCyrus umgab ein Hain,zu dessen Schutz schonvon dem Sohne Cambyseseine Magierfamilie erb-lich mit dem Wächter-amte betraut wurde.NochAlexander der Große sahden Hain, der herrlich an-gewachsen aber vernach-lässigt war 50 : Heute willman diese Stätte in einemtempelartigen Bau, dersich auf Stufen erhebt,in der Nähe von Pasar-gadae erkennen (Abb.41).Herodot 51 berichtet dannvon dem Grab des Alyasses, des Vaters des Krösus. Er nennt den Bau den größtender Welt mit Ausnahme der der Ägypter und Babylonier. Da er aber den Umfangmit 6 Stadien 2 Plethren, also ca. 1,1 km angibt, so kann nur der ganze Bezirk miteinem großen Park gemeint sein; dafür spricht auch der See neben dem Grabmal,der Gygessee hieß und für unversieglich galt. Das Grabmal hatte ein Fundament vonQuadern mit einer Erdaufschüttung, was nach römischer Analogie auf Bepflanzungdeutet.

Die Nachfolger des Cyrus, die Achaemenidenkönige, haben sich in gewaltigen Felsen-gräbern in der Nähe ihrer Residenz Persepolis begraben lassen. Aber erst das neuePersien hat uns ein anschauliches Bild dieser Grabhaine aufbewahrt. Bei Schiras habensich die Gräber der beiden größten mittelalterlichen Dichter Persiens erhalten, das Grabdes Saadi und das des Hafiz. Das erstere liegt einsam in einem Tälchen, innerhalb derMarmorschranken steht das Kenotaphium inmitten eines Gartens von Zypressen,Pappeln, blühenden Sträuchern und Rosen (Abb. 42). Hafiz' Grab, näher der Stadt,ist noch heute ein bevorzugter Ausflugsort für die Städter. Der gesellige Dichter

2. KAP.