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Ehrfurcht medischer Soldaten vor den Bäumen
A bb. 38 gjAssurbanipal 'beim Mahle inseinem Parke,Kujundschik
2. KAP.
Nach Plage ici
Vögel. Doch selbst in solch friedlicher Szene darf dieser friedliebendste unter denassyrischen Fürsten der überwundenen Feinde nicht vergessen. An einem der Zweigehängt der abgeschlagene Kopf seines letzten Widersachers. Dieser Anblick, der ihmRuhe und Frieden verbürgt, wird sein Mahl besonders würzen.
So muß sich aus Einzelszenen und Fragmenten das Bild des assyrisch-babylonischenParkes zusammensetzen. Es fehlt diesen Völkern die realistische Erzählerfreude desÄgypters. Den Haupteindruck gaben die Reihen herrlicher mächtiger Bäume, zwischendenen sich in später Zeit die Rebe rankt, niedere Sträucher und Blumen füllen dieLücken aus; überall ist das Wasser als Kanal und Bassin ein belebendes Element;kleinere Lusthäuser, auf Hügeln oder Terrassen erbaut, sind im Park zerstreut. DerPark ist in erster Linie ein Schauplatz für die Jagd der Großen, doch auch der Hinter-grund, auf dem sich Festmahle, Versammlungen und die Audienzen der Fürsten ab-spielen.
Die Erben dieser assyrisch-babylonischen Kultur, die Meder und Perser, haben mitallem andern auch den Garten in ganz gleicher Richtung weiterentwickelt. Die Liebeund Verehrung für Bäume brachten sie schon mit. Spielt doch in ihrer Religion derBaumkultus die größte Rolle. Wie bei den Assyrern war das Symbol des ewigenLebens ein Baum mit einer Quelle an seiner Wurzel. Ein zweiter göttlicher Baum warder allen Samen auf sich vereinigende Wunderbaum 343 . Bäumepflanzen war bei denPersern eine heilige Beschäftigung und, wie Strabo erzählt, ein Teil der persischenErziehung. Man hielt die Knaben in den Abendstunden zum Pflanzen der Bäume an 35 .So war auch bis tief in die Seele der untersten Schichten des Volkes, des gemeinen Sol-daten, diese Ehrfurcht eingedrungen. Plutarch erzählt, wie Artaxerxes 36 auf seinemZuge gegen die Cadusier inmitten einer kahlen baumlosen Ebene in einem Königs-quartier rastete. Hier befanden sich prächtig gehaltene Gärten von größter Ausdehnung.Da es mitten im Winter war und schrecklich kalt, erlaubte der König seinenSoldaten, Holz aus seinem Park zu schlagen, ohne die schönsten Bäume, wederZedern noch Zypressen, zu schonen. Aber die Soldaten konnten sich nicht entschließen,die Bäume, deren Größe und Schönheit sie so sehr bewunderten, zu fällen. Da ergriffder König selbst die Axt und begann den Baum zu fällen, der ihm der größte und schön-ste erschien, wonach auch die Soldaten sich nicht mehr scheuten, die Stämme, dieihnen notwendig waren, zu fällen, und soviel Feuer anzuzünden, als sie brauchten, um