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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
Entstehung
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2. KAP.

Jagdparks Assurbanipal beim Mahl

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Abb. 37AssyrischerJagdpark mitWeinrankeund Lilie,Kujundschik

iia Nach Plage

Lilie (Abb. 36), teils in Knospen, teils voll erblüht, auf ihrem schlanken Stengel auf-wachsen 32 ; diese anmutigen Blumen aber wachsen in einem Palmen- und Pinien-haine, zwischen den in regelmäßiger Abwechslung aufragenden Stämmen. Eine andereTafel des gleichen Reliefs läßt wieder Blumen aufsprießen, die aber hier nicht sodeutlich botanisch zu bestimmen sind. Die Bäume zeigen, daß der gleiche Park dar-gestellt ist, neben den Blumen aber unter den Bäumen ruht ein Löwenpaar (Abb. 37).Daß wir uns zweifellos in dem Jagdpark des Königs befinden, zeigen die Jäger,die an anderer Stelle mit einer Koppel Hunde durch die Stämme streichen. Obenschlingt sich überall von Stamm zu Stamm die überaus fein und sicher gezeichneteWeinrebe 33 .

Wenn wir den erhaltenen Monumenten trauen dürfen, so hat auch der Weinbau unterdiesem Fürsten eine Änderung erfahren. Die früheren Denkmäler zeigen immer denWeinstock am Boden kriechend. Allerdings stammen die ersten Darstellungen erst ausSanheribs Zeit, außerdem sind nur immer einzelne Pflanzen ohne jeden Anspruch aufNaturwahrheit gezeichnet, höchstens daß hier und dort mehrere nebeneinander zusehen sind. Unter Assurbanipal schlingt sich die Weinrebe von Baum zu Baum, eineArt von Zucht, wie sie im heutigen Italien und auch im Orient häufig anzutreffen ist.Auch in der Nähe des Königspalastes scheint der Park keine wesentlich andere Ge-staltung erhalten zu haben. Auf einem anderen Relief der gleichen Reihe zeigt sich derGroßkönig mit seiner Gemahlin beim Mahle im Freien 34 (Abb. 38). Der Herrscher ruhtauf prächtigem Lager, zu seinen Füßen sitzt auf einem ebenso kostbar verzierten Thron-sessel seine Gattin, beide halten in ihrer Rechten Trinkschalen, die sie zum Munde führen,und in der Linken Blumen, was an den ägyptischen Festbrauch erinnert. Neben den Ruhe-betten steht ein kostbares Tischchen mit Speisen, hinter den Herrschern Sklaven, dieihnen Luft zufächeln. Über dieser Szene aber wölbt sich eine Weinlaube, allerdings ohnesichtbare Stütze von Spalier oder Säule; seitlich rankt sie sich zwischen den Bäumenweiter, die regelmäßig abwechselnd eine fruchtbehangene Dattelpalme und einen Nadel-baum darstellen, zwischen denen unten niedere Sträucher wachsen. Ein Zug von Die-nern, denen Musikanten folgen, trägt Speisen herbei, in den Wipfeln der Bäume hüpfen