MMBHHMPMM
38
Frauengärten — Blumen
2. KAP.
Abb. 35Frauengartenauf Jaspis-zylinder
Nach Layard
Abb. 36
Lilien aus dem
Nordpalast von
Kujundschik
NachRawlinson
Bäumen die Rede, von Hölzern, den Zedern, Platanen, Buchsbäumen, von allerleiObstbäumen — leider im einzelnen noch wenig bestimmt — fast niemals aber hörenwir von Blumen. Auch wenn Assurbanipal sein Frauenhaus vollendet und es mit
allerlei Farben herrlich aus-ziert, so legt er darum nur„einen großen Hain mitallerlei Bäumen" an 28 . Insolch einen Frauengartenführt einBildchen auf einemJaspiszylinder 29 (Abb. 35):Frauen pflücken in einemGarten reife Früchte, nebenden hohen Bäumen sindniedere Gewächse gezeich-net, von denen einswie eineZwergpalme aussieht, das andere aber eine Blume sein könnte. Zweifellos haben auchdie Völker dieser Kultur früh Blumen gezogen. Doch können sie bei ihnen nicht die Rollewie bei den Ägyptern gespielt haben, da sie sie augenscheinlich weder im Totenkult,noch zu Kränzen für Haupt und Brust gebraucht haben. Doch halten schon auf den
ältesten Bildern 30 die geflügelten Genien entwederblühende Zweige oder wahrscheinlicher Blumen ineiner Hand, und die früh ausgeprägte Pflanzenorna-mentik läßt ebenfalls auf eine gewisse Blumenzuchtschließen. Auch das Gilgamesch-Epos erzählt voneinem Gärtner, den Istar, die Liebesgöttin, eine Zeit-lang liebte und „der ihr täglich einen Strauß brachteund ihren Tisch erstrahlen machte" 31 . Späte Reliefsaus Kujundschik zeigen lange Züge von Leuten, diealle zu einem Fest oder Opfermahle nötigen Dingeherbeiführen. Ein großer Teil der Träger hält Krügeund Vasen in den Händen, in die Blumenbüschel ge-steckt sind, oder sie halten direkt blühende Zweige 3 ia .Natürlich brauchte man, um Blumen zu ziehen,besonders umhegte Gärten, man wird sie den Häusernnahe angelegt oder sie, wie im Festhause des San-herib, in das Haus selbst hineinbezogen haben.Auch für die Frauengärten wird eine gesonderte Lageund Schutz nötig gewesen sein. Ebenso müssen diegroßen Jagdparks mit ihrem Bestand von wildenTieren eine eigene Abteilung mit festen Umhegungen gebildet haben. Von alledemerzählen die Inschriften nichts, und die Reliefs scheinen ausdrücklich jede Grenze ver-wischen zu wollen. Dies zeigen besonders auffallend Bilder aus der Zeit Assur-banipals, wo im VII. Jahrhundert die Kunst auf ihrer Höhe in der Einzelbildungeinen stark realistischen Zug erhält. Man hat es jetzt gelernt, Blumen mit höchsterNaturtreue darzustellen, das Relief aus dem Nordpalast von Kujundschik läßt die
^M
h&
ts"-'- v,-.
K -
l ■'-■■'■ .-'■■"■
>-:.. '^iM»~
^gfc—
:" • -