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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
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2. KAP.

Hängende Gärten Diodors Schilderung

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Garten

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vielleicht sind es aber auch nur Wege (Abb. 31). Das Wasser ist reich an Fischen undKrebsen, Gondeln fahren darauf, und an einer Seite wird ein Mann an einem Seile herab-gelassen, wahrscheinlich um Wasser zu schöpfen. Meistens bepflanzte man die Ränderder Bassins mit Baumreihen innerhalb der Gärten. Aber auch draußen ziehen denWasserläufen entlang regelmäßig gepflanzte Baumreihen in der Ebene, während dasseltsam schematisch gezeichnete Gebirge unregelmäßig verteilte Baumgestalten hat;denn auf baumreichen Hintergründen werden jetzt alle Züge der Krieger und Ge-fangenen, selbst Schlachten, dargestellt.

Neben der obenerwähnten Tafel 22 wurde ein anderes abgebrochenes Stückchen, dasauch ein Gartenfragment darstellt, gefunden: Eine Reihe von Säulen trägt ein starkesaufgelegtes Dach, auf dem mehrere regelmäßig gestellte Bäume gepflanzt sind, (HOTi* Abb. 32also augenscheinlich eine Terrasse mit starker Erdschicht: der Teil eineshängenden Gartens (A bb. 32). D die Babylonier und Assyrer die Erfinderder hängenden Gärten sind, wissen wir aus literarischen Quellen. Aller-dings zeigt dieses winzige Stückchen eines immerhin kleinen Gartens nichtsvon der so viel bewunderten Großartigkeit der sogenannten hängendenGärten der Semiramis, von denen griechische Schriftsteller so viel zu erzählenhaben 23 .

An Semiramis' Namen, deren geschichtliches Dasein sich wahrscheinlichim IX. Jahrhundert abspielte 24 , hat sich unausrottbar die Errichtung allergroßen Bauten geknüpft. Gegen die Zuweisung der hängenden Gärten hat schondas Altertum lebhaft polemisiert. Diodor, der sich bei seiner SchilderungBabylons auf Ktesias und Kleitarch beruft, sagt ausdrücklich, sie seien nichtvon Semiramis, sondern von einem assyrischen Könige angelegt, der sie füreine seiner Palastfrauen, die aus Persien stammte, erbaut habe, um ihr ihrebergige Heimat in Erinnerung zu bringen. Berosus war noch genauer unter-richtet, er schreibt sie Nebukadnezar zu und läßt ihn sie seiner medischenGemahlin zuliebe errichten. Die Quellenfrage liegt hier zu verwickelt, umirgend etwas Sicheres darüber auszumachen. Eines scheint nur mit völligerSicherheit hervorzugehen, daß die beiden Hauptschilderer Strabo undDiodor zwei verschiedene Quellen vor Augen gehabt haben, was nur die sehrverständliche Annahme bestätigt, daß die Anlage von hängenden Gärten t_____J Nach Layard

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eine häufige und verbreitete Sitte war. In einem einzigen Punkte stimmen Diodorund Strabo überein, das ist in dem Maß der Seitenlänge des Unterbaues von vierPlethra (480 m) und darin, daß dieser ein Viereck war. Diodor läßt auf diesem Unter-bau stufenförmig sich nach oben verjüngende Terrassen aufsteigen,einem Theater ähn-lich", nur daß hier die Umgänge um das freistehende Viereck sich herumziehen. Unter denTerrassen waren die das Ganze stützenden Gewölbe als prächtige fürstliche Gemächereingerichtet, die Oberlicht von der höheren Terrasse erhielten und durch zehn Fußbreite Eingänge in den gewaltigen Stützmauern auf jeder Terrasse zugänglich waren.Die oberste Terrasse, die Diodor auf einem Hohlraum von 50 Ellen Höhe ruhen läßt,nahm den Hauptgarten auf. Um die Feuchtigkeit von unten abzuhalten, nach obenzu regulieren, war die flache Decke durch eine höchst kunstvolle Schichtung gebildet:auf Steinbalken folgte eine Schicht von Rohr und Asphalt, auf diese Ziegel mit Gipsuntermischt, darauf lag eine Bleidecke, die nun bestimmt war, die ungeheuere Humus-

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