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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
Entstehung
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Festhaus des Gottes Assur

2. KAP.

Abb. 31Garten, vonWasser um-geben

Nach Lavard

deren weise Verteilung allerdings eine Lebensfrage für das ganze Land war. Wie späterdie Päpste der Renaissance in Rom leitete der Großkönig das Wasser zuerst in seineGärten, dann erst der Stadt zu. Sanherib scheute auch nicht vor den schwierigsten Auf-gaben zurück. Ein Festhaus 19 erbaute er dem Gotte Assur auf nacktem Felsboden. Aberringsumher hat man bei den Ausgrabungen Spuren gefunden, die die Gewißheit einesblühenden großen Gartens, den sein Befehl um das Haus des Gottes aufsprießen ließ,geben (Abb. 30). Vor dem Hause fließt ein gemauerter Kanal, von hier gehen parallel ver-laufend verschiedene schmälere Wasserrinnen, die Pflanzen und Bäume verbindend,deren Gruben noch sichtbar sind. Diese Pflanzengruben sind kreisrund, bis 1 1 / 2 m tief in

den Fels gegraben. In er-staunlicher Ausdehnungbis 16000 qm kehren dieseSpuren wieder. Wir be-greifen, wie diese gewal-tigen Herrscher ganzeVölker, die sie in die Ge-fangenschaft führten, fürihre Werke aufbrauchten.Dazwischen lagen danngroße Sammelbecken, vondenen man auch drei ge-funden hat. Wir könnensie, nach den Inschriftenergänzend, mit Rohr-pflanzen umkränzt undmit Fischen belebt den-ken. Solche Teiche mitRohrpflanzungen hatte jaschon König Gudea inseinem Parke angelegt.Wie diese Teiche aus-sehen, zeigen zahlreicheReliefs: Rohr und Schilf wächst oft so hoch, daß eine Sau mit ihren Jungen, Hirscheund Rehe, ja, wenn man den Bildern trauen kann, selbst Roß und Reiter sich darinbergen können. In diesem großen Parke stand nun das Festhaus des Gottes Assurmitten im Schatten verborgen 20 . Dort empfing der Gott jährlich am Neujahrstagefestlich sämtliche übrigen Götter.

Im Innern umschloß das Haus einen großen Gartenhof, wo vier Reihen von Pflanzen-gruben die schönen regelmäßigen Pflanzungen anzeigen. Von zwei Seiten umgaben denHof Säulenhallen, einen Tempelgarten bildend, wie wir ihn ähnlich schon in Ägyptenangetroffen haben.

Von der Art der Bewässerung erzählt auch ein Bruchstück einer leider sehr zerstörtenTafel 21 . Von einem breiten Fluß sind kleinere Kanäle abgezweigt, die sich durch regel-mäßige Baumreihen verschiedenster Art ziehen. Fast scheint es, als wären die einzelnenBaumarten wie in Ägypten in verschiedene Gärten mit kleinen Mäuerchen abgetrennt,

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