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Früheste Parkerwähnung — Tiglatpileser I.
2. KAP.
Abb. 27
Primitive
Baumtypen
NachRawlinson
Bäume, deren Schatten „voll Jauchzen" ist. Die gleiche Bewunderung, wie sie sich imGilgamesch-Epos ausspricht, fällt auch noch in spätester Zeit den Griechen als eincharakteristischer Zug der asiatischen Völker auf.
Wenn auch Humbaba um irgendeines Frevels willen den Tod erleiden muß, so wardoch der Zedernhain, den er bewohnte, heilig, ein Wohnsitz der Götter. Und von heiligenGötterhainen berichten schon die alten sumerischen Königsschriften. Urukagina nennteinen heiligen Hain der Göttin Ninmah 3a . Der heilige Baum, der als der Baum desLebens eine göttliche Verehrung genoß, hat schon früh eine sakral-ornamentale Gestalterhalten, der man aber immer noch die Herkunft aus der Palme deutlich ansehen kann.Auf den frühesten erhaltenen Denkmälern erscheint dieser Baum meist von zwei an-betenden Genien umgeben 3b .
Neben den Baumparks dürfen aber auch Weinbau und andere Nutzpflanzungen inallerältester Zeit angenommen werden. In dem frühesten Berichte eines Krieges zwischenÄgypten und Asien, etwa um 2500 v. Chr., heißt es „das Heer kehrte wohlbehaltennach Ägypten zurück, nachdem es seine (des Feindes) Feigenbäume und Weinstöckeumgehauen hatte" 4 . Das ist ein feindlicher Racheakt, der im Orient immer wieder-kehrt, auch im Palast zu Kujundschik in derletzten assyrischen Zeit sehen wir auf einemBild ein feindliches Heer bei der Belagerungeiner Stadt damit beschäftigt, Palmenbäumeumzuhauen 5 . Jener ägyptische Kriegsberichtführt wohl an die Westküste in die Nähedes alten Byblos. Doch rühmt sich wenigspäter, etwa um das Jahr 2340, auch dersumerische König Gudea seiner Weinpflan-zungen, die er angelegt habe, auch Fisch-teiche, die er mit Rohrpflanzungen eingefaßt habe 6 , werden erwähnt, wie sie nochauf späteren Bildern ein Stolz der Könige sind. Von einem Parke aber spricht erstTiglatpileser I. um das Jahr 1100 v. Chr. „Zedern und Ukarin (Buchsbaum), Ualkani-Holz, aus den Ländern, die ich erobert, diese Holzarten, die unter den Königen, meinenVorfahren, keiner gepflanzt hatte, nahm ich mit und pflanzte sie in den Parks meinesLandes an. Auch kostbare Gartenpflanzungen, die es in meinem Lande nicht gab, inden Parks Assyriens pflanzte ich sie" 7 . Parks also gab es lange bei seinen Vorfahren,er aber will der erste sein, der, wie 500 Jahre früher die ägyptische Königin, ausländischeGewächse in der Heimat akklimatisierte. Die Parks waren der größte Schmuck desLandes, daher auch den feindlichen Verwüstungen zuerst ausgesetzt. Neben den Nutz-pflanzungen und den kostbaren Nutzhölzern enthielten sie in erster Linie große Jagd-gründe. Tiglatpileser rühmt sich, wie er junge Wildochsen, Hirsche, Steinböcke, ja selbstjunge Elefanten nach seiner Hauptstadt Assur gebracht habe und sie dort in seinenParks wie Schafherden habe großziehen lassen, auch Dromedare führte er ein undfremde Könige sandten ihm als Geschenk „Tiere des großen Meeres", für die er danngroße Fischweiher anlegte.
Noch immer aber lassen uns bildliche Darstellungen im Stich. Den Reliefs dieserZeit bis ins IX. Jahrhundert fehlen die landschaftlichen Hintergründe fast noch ganz.Nur selten finden sich hier und dort schlechtgezeichnete Baumtypen (Abb. 27),