1. KAP.
Sykomore
ihm das Opfer des Feldes dar 7 (Abb. 3). Ein Gefühl innigster Zusammengehörig-keit des Niltalbewohners mit diesem Baume spricht sich in einem kleinen Liedchenaus, das ihn als Freund der Liebenden schildert: An dem Tage, an dem „der Gartenseinen Festtag hat", wo er in der Pracht seiner Blüten steht, sendet der Baum demMädchen Botschaft:
Die kleine Sykomore,
die sie gepflanzt hat mit ihrer Hand,
die schickt sich an zu sprechen,
und ihre Worte sind wie Honigseim.
Sie ist reizend, ihr Laub ist schön,
grünender als der (Papyrus).
Sie ist beladen mit Früchten
röter als Rubin.
Die Farbe ihrer Blätter gleicht dem Glas,
ihr Stamm hat eine Farbe wie Opal.....
ihr Schatten kühlt.
Sie sendet ihren Brief durch ein kleines Mädchen,
Die Tochter ihres Obergärtners,
sie läßt sie eilen zu der Vielgeliebten:
„Komm und weile im (Garten).
Die Diener, die dir gehören
kommen mit ihrem Gerät;
sie bringen Bier von jeder (Art),
allerhand Brot vermischt,
viele Blumen von gestern und heut
und allerhand erquickende Früchte.
Komm, begehe festlich den heutigen Tag
und den morgigen und nach dem morgigen . . .
in meinem Schatten sitzend.
Dein Genosse sitzt zu deiner Rechten,
Du machst ihn trunken
und folgst dem, was er sagt . . .
ich bin ja verschwiegenen Sinnes
und sage nichts, was ich sehe,
und plaudere nicht." 8
Die Bilder des alten Reiches erzählen, wie man den Baum in regelmäßigen Abständenpflanzte, wie man seine Früchte einsammelte, wie er umgehauen und sein Holz ver-wertet wird oder wie man, wenn
er zum Umhauen reif ist, seinLaub von den Zicklein fressenläßt 9 . Auch sonst scheint mansich der Beihilfe der Tiere bei derErnte bedient zu haben. Affenmüssen helfen, Feigen zu sammeln(Abb.4), man erlaubt ihnen, sichselbst an den Früchten gütlich zutun, wenn sie nur den Männernihr Teil in die Körbe liefern 10 .Der Feigenbaum ist dem alten
Abb. 4Affen helfenbeim Feigen-sammelnBeni Hassan
Nach Lepsüis