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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
Entstehung
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Bewässerung Baumverehrung

1. KAP.

Abb. 1/2

Schaduf im

alten und

modernen

Ägypten

NachWilkinson

l.K.

ihm

keit

aus,

seine

Mädc

Abb. 3Bauer eineSykomore ver-ehrend

Nach Maspero

der sorgsamsten Pflege des Menschen ab. Die Bewässerung und mit ihr alle Nahrungdes Bodens mußte eine künstliche sein. Ein vielverzweigtes Netz von Kanälen, durchDamm- und Terrassenbauten und Schleusenwerke reguliert, brachte das Nilwasser indie höheren und entfernteren Teile des Landes; hier wurde es mit Hilfe eines Hebel-brunnens, an dessen einem Arm ein Stein, dem anderen ein Schöpfeimer hing, heraus-geholt und auf Bäume, Pflanzen und Äcker entleert. So sehen wir es auf den altenBildern, die Jahrtausende zurückliegen, so kann man es noch heute überall be-obachten 3 (Abb. i u. 2). Selbstverständlich wurden mit dieser nicht leichten Pflege nurBäume und Pflanzen bedacht, die durch ihre Nutzbarkeit dem Menschen auch seineMühe vergalten. Gerade aber aus der nutzbringenden Pflege der Vegetation ist alleGartenkultur hervorgegangen. Eßbare Früchte, Holznutzung und Schatten verlangteund erlangte der Ägypter von seinem Garten.

Wenn auch erst das neue Reich 4 Bilder einer planvollen Anordnung und Gruppierungverschiedener Pflanzungen in einer Umgebung, also Gärten in unserem Sinne, überlieferthat, so zwingen doch Darstellungen der IV. und V. Dynastie und noch mehr im mittlerenReiche, Anlagen von Baum-, Wein- und Gemüsegärten anzunehmen. Diese frühestenBilder zeigen mehr die Einzelarbeit im Garten als geschlossene Anlagen: den Gärtner,wie er das Land bewässert, wie er erntet, wie er die Früchte vom Baume pflückt, diereifen Trauben bricht, das Gemüse einsammelt oder wie er den Göttern von dem Segenseiner Arbeit spendet. Unter den Bäumen, die zum ältesten Bestände der ägyptischen

Gärten gehörten, steht die Sykomore oben-an; in den alten Texten, wo dieser Baumam häufigsten genannt wird, steht dasZeichen für Sykomore oft für Baum über-haupt 5 . Wahrscheinlich einem weit zu-rückgehenden Glauben zufolge, stand amHimmelszelt gegen Aufgang wie beim Un-tergang eine Sykomore, sie war aus Ma-lachit, wohl um ihre unvergänglich grüneFarbe damit auszudrücken 6 . Früchte undHolz sind an diesem Baume gleich nutz-bar, in seinem Schatten freut sich derLebendige wie der Tote; der Bauer ver-ehrt ihn als besonders heilig und bringt

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