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[2] (1916) Kommentar. Hälfte 1
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225
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XLIV. Die ältesten Lucidariusbruchstücke. 225

Literarisches: Nach der Vorrede A ist der Luci-darius auf Veranlassung eines Herzogs Heinrich vonBraunschweig zu Braunschweig abgefasst, unter demniemand anders als Heinrich der Löwe (f 1195 VIII. 6)gemeint sein kann. Da Heinrich nur als Herzog vonBraunschweig bezeichnet wird, muss der Auftrag zurAbfassung des Lucidarius zwischen dem Spätsommer1185, von welcher Zeit an Heinrich wieder in Deutsch-land weilen durfte, und seinem Todestag (vgl. ADB.11, 599 f.) gegeben worden sein. Wenn auch Braun-schweig als Abfassungsort des Lucidarius genanntwird, so braucht der Verfasser keineswegs ein Braun-schweiger oder überhaupt ein Mann aus dem nieder-deutschen Sprachgebiet gewesen sein. An HeinrichsHof werden sich auch alte Anhänger aus seinemfrüheren Wirkungskreis befunden haben, die er mitdem Auftrag zur Abfassung des Werkes betrauenkonnte. Die Frage, ob der Lucidarius in nieder-deutscher Sprache oder einer Art niederdeutsch-hoch-deutscher Schriftsprache abgefasst wurde, wird sicherst nach einer genauen Durchforschung des gesamtenhslichen Materials lösen lassen, und vielleicht auchdann nur halb. Dass die Untersuchung des Wort-schatzes dabei eine wichtige Rolle spielen muss, istsicher. Aber P. Kretzschmers Buch über die Wort-geographie der hochdeutschen Umgangssprache hatdie Schwierigkeiten, die derartigen Untersuchungenentgegenstehen, für unsere modernen Verhältnisse soeinleuchtend dargetan, dass man zweifeln muss, obfür die älteren Sprachperioden mit ihren spärlichenQuellen die Untersuchung zu einem sicheren Ergeb-nis führen kann. Die Ueberlieferung des Lucidariushat sich sehr bald in zwei Arme gespalten: in dieBearbeitung A, die dem Original näher zu stehenscheint, und die Bearbeitung B, die in der Mehrzahlder Hss. und Drucke vorliegt. Gekennzeichnet werdendiese Bearbeitungen durch die verschiedenen Vorreden(s. Anhang). Eine Mischklasse C aus A und B hatEdw. Schröder S. 166 festgestellt. Die geflissentlicheUmgehung des Namens Heinrichs in der Vorrede Bdeutet wohl darauf hin, dass die Bearbeitung B in

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