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[2] (1916) Kommentar. Hälfte 1
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204
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204 XXXIX. Aus dem Kodex Valkensteinensis.

Anhang.

Neben Nr. XXXVII ist Nr. XXXIX der ältesteBeleg für ein urkundliches Stück in deutscher Spracheaus Oberdeutschland. Schmeller beklagt den Verlusteines deutschen Salbuches der Falkensteiner, das 1150oder 1 160 geschrieben und noch von Hund benutztworden sei. Spuren eines solchen Traditionskodexsind allerdings vorhanden. Bl. 25 r unserer Hs. stehtvon einer Hand des 16. Jhdts. am rechten Randeneben duello affixo: do er fechten wolt mit dem Behametc. itä habet vulgare diss salbuochs und Bl. 28v amlinken Rand neben in nouissimis diebus eorum: do fyiungft vnd nechft in leben was ita vulgare habet. Tal-sächlich finden sich auch in Hunds BayrischemStammenbuch 1598, in seiner Metropolis Salisburgensisvon 1620 und in den Adversarien Aveniins Band 5= Clm 1202 Auszüge aus einem deutschen Traditions-buch der Falkensteiner. Besonders Aveniins Auszügesind sehr flüchtig, hastig auf einer Reise gemacht,können also für philologische Zwecke nur vorsichtigverwandt werden. Dazu kommt, dass Aventin nichtdeutlich zwischen dem deutschen und dem lateinischenSalbuch scheidet. Das deutsche Salbuch muss nämlichauch Lateinisches enthalten haben. So schrieb sichAventin einen lateinischen Brief Ottos VII. von Andechsan die Grafen von Neuburg vom Jahre 1231 ab. Diesersteht nicht in dem erhaltenen lateinischen Salbuch,wird also aus dem deutschen stammen. Dass dieserBrief ein späterer Eintrag gewesen sei, wie H. PetzS. X anzunehmen geneigt ist, lässt sich kaum mehrbeweisen. Wahrscheinlich ist es nicht, eben in Hin-blick auf die in diesem Salbuch offenbar stark ver-tretene deutsche Sprache. Schon Petz hat aber aufeinen weiteren Unterschied zwischen dem lateinischenund dem deutschen Salbuch hingewiesen, der schlagendbeweist, dass das deutsche nach dem lateinischen an-gelegt wurde. Bl. 2v heisst es in einer Angabe, dievor das Jahr 1174 fällt: Hanclitem ipse comes discreuit;im deutschen Text dagegen steht: daz löfti der alti grauiSibot (vgl. unten S. 206). Hier wird also der Alte