XXIX. Gebete und Benediktionen von Muri 163
tritt zuerst im Trudperter hohen Lied auf, in denZüricher Predigten, den Basler Predigtfragmentenund den Münchener Predigtbruchstücken. Wernherin seinen drei Liedern von der Jungfrau verwandteweit ungeniert im Reim, während die Bearbeitungenändern (vgl. J. W. Bruinier Kritische Studien zuW s. Marienliedern S. 79). Ebenso Ulrich von Zazi-koven, Rudolf von Ems, Ulrich von Türheim undHugo von Langenstein; Kelle Spec. eccl. 137,20 hateinmal weltlichen. Demgegenüber stehen die grossenSammelhs. von Vorau und Milstadt mit drei offen-bar versehentlichen weit (Diemer D. Ged. 230, 24; 232,10; 287,28;), denen an der betreffenden Stelle der Gör-litzer Hs. werlt entspricht. Für das übrige Deutsch-land gelten ausnahmslos die r\-Formen. In Südost-deutschland tritt gern Assimilation zu wert ein {vgl.die Zusammenstellungen bei C. v. Kraus. D. Ged.IV 148, die sich vermehren Hessen) und zu wernt(vgl. F.Jelinek mhdWb. 942). Noch der Bayer Rein-bot von Dürne Georg 1680 und der Böhme Heinrichvon Freiberg Trist. 33 verwenden werlde im Reim aufgeberlde. Auch der Schwabe Otto IL von Freisingverwendet in seinem Barlaam die Form werelt (vgl.Perdischs Anm. zu V. 78). Walther, Wolfram, dasNibelungenlied*) die Kudrun, der Indersdorfer Ser-vatius, Hartman von Aue, Gotfrid von Strassburgmeiden das Wort im Reim. Bei den Südostdeutschenwird die geringe Reimmöglichkeil der Grund desMeidens gewesen sein, bei den Schwaben und Ale-mannen liegt hingegen Absicht vor, wenn man dievielen Reimmöglichkeiten auf elt erwägt. Für dasElsass belege ich die Form weit mit Urkb. d. StadtBasel I Nr. 398 v. J. 1261; II Nr. 129 v. J. 1273,für Freiburg i. Br. Fürstenb. Urk. I 287 v. J. 1284;für Villingen im Villinger Stadtrecht v. f. 1293 ib.I 319. Wann die Form weit auch in Südostdeulsch-tand auf tritt, bedarf noch genauer Untersuchung, kaum
l ) Von den Nibhss. hat nach Bartschs Variantenapparat*»• Hohenemser Hs. A 1123, 2 die Form weit und ebenso J. Sonstbe gegnet weit besonders in der Gruppe IM: 13,4; 134,4;"24,3; 1467,1; 1468, 2.
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