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[2] (1916) Kommentar. Hälfte 1
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162
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162 XXIX. Gebete und Benediktionen von Muri.

MSD/P 286; 288 nehmen an, dass das Gebetbuchvon einer Frau zusammengestellt wurde. Das ist nichtsehr wahrscheinlich, denn für gewöhnlich wurden diedeutschen Gebetbücher für Frauen hergestellt, weil siedes Lateins nicht kundig waren. Vermutlich rührt alsodie Zusammenstellung von einem Mann her.

Literarisches: Die Wichtigkeit des Gebetbuchesvon Muri besteht für uns in der Talsache, dass esdas erste ist mit umfangreicheren Texten in deutscherSprache.

Erläuterungen: 342 ist ein Stück für sich undzwar Gebetsanweisung zur Messe der hl. Trinität.Zwischen deum Z. 2 und Herre Z. 4 ist der übrigeText abgeschabt. Die erste noch sichtbare rote Initialeist, wie bemerkt, ein S. Das legt die Vermutung nahe,dass hiemit eine liturgische Einleitung begann, wieZ. 12 und 28. Wahrscheinlich stand darin Näheresüber die Z. 6, 30 und 38 erwähnten Lichter, derenfür eine Trinitätsmesse im Mittelalter drei gebrauchtwurden {vgl. A. Franz, Messe S. 289 und zu Nr. XXVIIoben auf S. 155). Das ganze Gebet war bestimmt zumKerzenopfer, bezw. zum Aufstecken der für die Trini-tätsmesse geopferten Kerzen auf die Altarleuchter.Vermutlich zerfiel das Gebet in drei Gruppen: 1. Ein-gang //, 2. 15 27, 3. 32 36, um die Trinitätzu symbolisieren, wie dies auch durch die drei Lichtergeschah. 6 lieht = Kerze und wie Z. 30 vermutenlässtunangezündete Kerze", sicher ist das Wort soXXVIII 131 f. verwandt (vgl. XXXIII 70); auch heutesagt man in Oberbayern, wie mir meine Frau, einegeborne Oberbayerin, bestätigt, für gestiftete Lichternicht Kerzen, sondern Lichter. H. Pauls Einwand gegendie La lieht A bei Walther L 18,15 = P70 b l lässt sichnicht halten. 12 f. Belege für den Gebrauch desVerbums mezzen als Bezeichnung für die Handlungdes Bekreuzigens fehlen mir, ebenso Vergleichs-stellen für die angegebene Grösse des Kreuzes.17 weit ist in derHs. die übliche Form, vgl. Z. 146;174; 2/5; 261; 400; 451; 483; 495; 548; 643; 654;660. Das ist im 12. Jhdt. und der eisten Hälftedes 13. alemannisch. Die Assimilationserscheinung