XXIX. Gebete und Benediktionen von Muri. 151
der Prex klarer hervortritt (vgl. Z. 12; 28; 37; 281).Keine Anwendung hat dieses Prinzip gefunden, wenndie Liturgische Bemerkung Einleitung zu einem selb-ständigen Stück ist. Dagegen ist D 531 irrtümlichnicht fett gedruckt. Die schwarzen rotgesiricheltenBuchstaben sind im Druck nicht besonders hervor-gehoben, sie fallen meist mit Satzanfang oder Psalm-anfang zusammen oder befinden sich in Eigennamen.
Akzente: In den abgedruckten Stücken der Hs.von Muri zähle ich 25 ', von denen 22 über i stehen,je einer über v = iu; fro = frö; höhfart, und 2*, diebeide über i stehen. Daraus erhellt zur Genüge, dassdiesen Akzenten nur diakritische Bedeutung zukommt.
Interpunktion: Es besteht das Bestreben, den Salzmit Majuskel zu beginnen. Der Punkt wird zur An-deutung kleinerer syntaktischer Einschnitte und alsZeichen des Satzschlusses verwandt. Die Interpunk-tion ist nicht immer konsequent.
Quellenfrage: Die Möglichkeit, dass das Gebet-buch von Muri auf einem inhaltlich gleichen, aus-schliesslich lateinischen Gebetbuch beruht, ist zuzu-geben, doch ist sie nicht gerade wahrscheinlich. Ver-mutlich handelt es sich um eine, für eine vornehmeKlosterfrau gemachte Zusammenstellung. Letzten Endesaber gehen die deutschen Gebete wohl alle auf latei-nische Vorlagen zurück. Nur Glück und Zufall kannfür die deutschen Stücke die Endquellen ausfindigmachen. Auch das unter „Erläuterungen" wieder-gegebene Quellenmaterial beruht darauf Nr. XXX 34 f.und XXXI scheinen dem Zusammensteller der Hs.schon in deutscher Fassung vorgelegen zu haben; vgl.zu XXX 67; 79; 98; 104; 109 und XXXI 20.
Heimat und Verfasser: Das Gebetbuch ist aufalemannischem Sprachgebiet zusammengestellt worden.Dafür sprechen die Formen der 2. Pers. Plur. auf-ent 233; 310f., die Form weit (vgl. unten zu Z. 17),dien = Dat. Plur. 87, k für h in öc 324, 337, wan = warn651, und vielleicht der Verlust von h nach 1 in be-uelhen; ferner fi = sin 43 und me = man 42, ellibogen50, sun = suln 449, sie, sieft/ü/" si, sist; din, sin = dinen,sinen und gifegineigin 163.
Münchner Texte VIII B II