154 XXVII. Kheinauer Gebete.
Quellenfrage: Jedenfalls lateinische Quelle anzu-nehmen.
Heimat: Alemannisch; vgl. Z. 5 dura
XXVII.RHEINAUER GEBETE.
Ueberlieferung: Zwei Doppelbll. von 15 cm Höheund 10 cm Breite der Züricher Kantonalsbibliothek,die auf Veranlassung des Entdeckers, A. Bachmann,von dem Deckel des Rheinauer cod. pgm. 176 los-gelöst wurden. Bis auf die Seiten 1 cd ist alles guterhalten. Bachmann setzte die Bit. an die Wendedes 11\12. Jhdts. Mir scheint dieser Ansatz zu früh.Ich stelle die BIL in die Zeit 1150—1170 auf Grundder Schrift.
Literatur: A. Bachmann ZfdA. 32 (1888) 50 bis 57.
Aeusserlichkeiten des hslichen Textes: Das An-fangswort jeder Bitte ist mit einer roten Initiale ver-sehen (im Text fett gedruckt). Bemerkenswert ist derausgedehnte Gebrauch der Ligatur d e .
Akzente: Fehlen.
Interpunktion: Das Prinzip ist, jeden Satz, dermit einer Bitte zusammenfällt, mit grosser Initialezu beginnen und mit Punkt zu schliessen. Eigen-namen werden mit grossem, nicht roten Anfangsbuch-staben geschrieben.
Quellenfrage: Auch bei diesem Stück wird es sichum eine lateinische Quelle handeln, die bis jetzt abernoch nicht gefunden ist. Weiteres s.unter,Literarisches'.
Heimat und Verfasser; Der Sprache nach gehörtunser Denkmal nach Alemannien. k wird für denLautwert % verwandt: 25; 33; 36; 50; 51; 55; 73;78; 113; 127; 128; 158; 162; i fällt im Anlaut ab:25. Der je- Optativ wird gebraucht 123, mif für minif 16;18; 19; 42; 164. Hierhin ist auch die 1. Pers. Sg.Praes. der Schwachen Verba II auf-n zu rechnen unddie Form dur für durh. Zu alledem kommt die weit-gehende Erhaltung der Vollvokale in den End- undMittelsilben.