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[2] (1916) Kommentar. Hälfte 1
Entstehung
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155
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XXVII. Rheinauer Gebete. 15 5.

Aus dem Umstand, dass das Stück einer Frau inden Mund gelegt ist, darf noch, nicht geschlossenwerden, dass es auch eine Frau verfasste. Vgl. zuNr. XXVUI.

Literarisches: In der Anordnung der Blätter binich Bachmann gefolgt. Den TitelGebete" habe ichweniger der Möglichkeit halber, dass Z. 145 f. eineandere Prex beginnen könnte, gewählt, als vielmehrder Form des ganzen halber. Die prex ist abgefasstin der Form derMahnungen", die besonders im 13.u nd 14. Jhdt. beliebt waren und wohl auch auf dieForm des Rosenkranzgebets einen gewissen Einflussgehabt haben (vgl. Cgm. 73 Bl. 25 v bis 36r; Cgm.139 Bl. 6rf.). Jeder mit roter Majuskel beginnendePassus in unserem Stück ist eine solcheMahnung".In späterer Zeit tritt dafür der Ausdruck gesetze aufund es entwickelt sich der Brauch, ein jedes Gesetzfnit einem Amen zu schliessen und zwischen diesesAmen und das folgende Gesetz ein Pater noster ein-z uschieben. Es ist zu vermuten, dass unserem Stückvielleicht als Rubrum ein Passus vorher ging, derüber Gebrauch und Zeremoniell der Prex genauereAngaben machte, wie dies z. B. nur nicht rubriziertXXVIII 130 f.; XXIX 12f.; 28f.; 42f.; XXXII B 3;9 5; XXXIII 70f.; 88; 95/.; 103; 107; 112; 117 undXXXIV der Fall ist. Die roten Buchstaben könnena lso noch eine tiefere liturgische Bedeutung haben.Jedenfalls bildet unser Stück zu der beschriebenens päteren Form einen Uebergang. Anlass zu jenemGebrauch gab übrigens die im Gebet so beliebte undoben schon bei Otloh beobachtete Figur der Anapher ',die auch in unserem Stück ausgiebig angewandt ist.Unser Stück hat viel Aehnlichkeit mit der Oratio proPeccatis im Gebetbuch der hl. Elisabeth von Schönau(!/g- v. FWE. Roth, Augsburg 1886) S. 25 f., nur istdas deutsche Stück kunstvollei im Aufbau und in-brünstiger in der Sprache.

Erläuterungen: 1. Nicht alle biblischeu Anspie-

tungen sind deutlich erkennbar; Luc. 5, 12f. f

2 manon, zum Ausdruck vgl. Kaiser ehr. 3036;