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[2] (1916) Kommentar. Hälfte 1
Entstehung
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140 XXV. Züricher Arzeneibuch.

konnte man leicht umordnen; einem Rezept ad aures,das aus Mangel an Raum zur Rubrik ad renes ge-stellt worden war, konnte man den ihm gehörigen Platzanweisen. Dieses aus der Antike festgewurzelte med.Anordnungsprinzip einerseits und der Schutz desEinzelrezeptes durch seine Kopfmarke andererseits sindhäufig der Grund, weshalb wir in den verschiedenstenlat. und deutschen Arzeneibilchern ähnliche Rezept-gruppen finden, die keineswegs unmittelbar unterein-ander überlieferungsgeschichtlich zusammenhängenmüssen.

Heimat und Verfasser: Die Heimat des Ueber-setzers ist in Südwestdeutschland zu suchen, in einemGebiet, wo das Deminutivsuffix-W üblich war (vgl.Z. 99; 201; 204; und ei in ai überzugehen be-gann (Z. 214; 329; 331; 338). Weiter kommt fürdie Heimatbestimmung in Betracht das k mit demLautwert x in ezzik (Z. 47 ; 58; 63; 90; 106; 162),und die Form nen = nemen (Z. 239). Vereinzelt sindaie Formen gevz = givz (Z. 63) und geift = gaft(Z. 65). J. Klappet (vgl. zu IX 36) hat zwar dassüdwestdeutsche Gebiet für ai erst für das ausgehende13. Jhdt. umschreiben können, doch liegt das an demspärlichen urkundlichen Material. In St. Gallen istai urkundlich schon früher zu belegen als um 1285,so 1210 Sataines (Urkb. von St. Gallen Nr. 840 III 57)

1225 Hainrico, Adelhaida, Staineggc, Ailgou (ib. Nr. 858III 71), noch ältere St. Gallner Urkunden mit ai sindleider nur in Abschrift erhalten; aber wenn manauch vorsichtigerweise diese Abschriften hier nichtverwenden darf, so darf doch umgekehrt nicht ohneweiteres geschlossen werden, dass die Abschriften syste-matisch ei in ai umschrieben, NB. Abschriften vonlateinischen Urkunden! ai ist auch in Füssen um 1200üblich (vgl. Nr. XL). Das St. Trudperter Hohelied,dessen Entstehung in St. Trudpert T. Hayner inPBB. 3, (1876) 491 f. so wahrscheinlich wie nur mög-lich gemacht hat, weist ohne Unterschied ei und aioft dicht beieinander auf. Der Versuch V. Müllersdas Trudperter Hohe Lied als ein bayrisches Denk-mal zu erweisen und W. Scherers Ansicht zu retten,