XXIV. Rezept gegen Stein. 135
Interpunktion: Vermutlich getreu wiedergegeben.Demnach wird nur der Punkt verwandt, für SatzanfangMajuskel.
Quellenfrage: Vermutlich lateinische Vorlage (vgl.A. Franz l. c.)
Heimat: Baiern oder Schwaben.
Erläuterungen:2 Weinhold verweistauf MsF30,13:Crift fich ze marterenne gap (AC); martevnne = marter-onne in einem schwäbischen oder bayrischen Denkmaldieser Zeit wohl möglich, vgl. AGr. § 370; BGr.§ 304. Wahrscheinlicher ist mir nn als Schreibungfür ng; s. oben zu II und BGr. § 170. -4 alle entwederallez oder aller (omne humanuni genus oder genus om-nium hominum) zu bessern. — 8 E. Steinmeyer - Ahd.Gl. III 476,30 f. Ordioluf eft paruiffima et purulent*collectio in pilis palpebrarum constituta in medio lata, exex utroque conducta. ordei granum fimulans hertprat. —
10 fich winnende: Weinhold vermutet fwinnende; dieEntstehung der Verderbnis ist mir aber nicht klar,selbst wenn man ein fewinende für die Vorlage an-nimmt. Vielleicht zu E. Steinmeyer Ahd. Gl. 115, 24Depafcit frizit uel uuinit (vgl. Graff, Sprachschatz 1 882)zustellen und dann ein Abspringen des Schreibersvon einem fi auf ein späteres anzunehmen. — 11 £Diese Reime sind wohl Gemeingut gewesen, wie etwadie bekannte Schlussformel, deus qui regnat in saeculasaeculorum etc. Vgl. MSD.XLVII. 4,92: des helfe diuwihe min frouwe sant Marie. Jedenfalls darf aus diesemReimschluss nicht auf eine reimende Quelle des deutschenSegens geschlossen werden (s. Weinhold S. 80).
XXIV.REZEPT GEGEN STEIN.Uebertieferung: Codex Falkensteinensis Bl. 40 v von*iner Hand des ausgehenden 12. Jhdts. eingetragen.Literatur: Drei bayerische 1 raditionsbücher ausdem 12. Jahrhundert. Festschrift zum 700jährigenJubiläum der Witteisbacher Thronbesteigung, hg. vonH. Petz, Dr. H. Grauert, J. Mayerhofer, München 1880,S. 43J44. — Vgl. Nr. XXXIX.