132 XXII. Münchener Wundsegen.
Interpunktion: Die Majuskel wird unregelmässig
febraucht, desgleichen der Punkt. Einmal wird dier irgel angewandt.Quellenfrage'. Die lateinischen Verweisungen, indenen das Wort Benedictio erscheint, deuten auf kirch-lichen Charakter. Das Stück ist offenbar eine An-weisung für den Priester, wie et in Fieberfällen sichdem Kranken und um Beistand Bittenden gegenübetverhalten soll. Die entspt eckende Formel ist noch zusuchen. An irgendwelche heidnischen Ueberreste istnicht zu denken.
Heimat: Wahrscheinlich Epternach selbst. DieMundart des Stückes ist jedenfalls moselfränkisch.
Erläuterungen; 4 zu wille s. Nr. VIII 17. — 15 f.Das Kursivgedruckte sind Ergänzungen von Regel;von ihnen „ist eigentlich nur gelaze (derelinquat)ganz willkürlich nach dem Sinn ohne allen Anhaltan einen Buchstabenrest geraten." — 19. Hier machtsich wohl der Einfluss eines Gebärsegens geltend:Vgl. R. Heim in A. Fleckeisens Jahrbüchern für klass.Philologie 19. Supplementband, 1893, S. 550: Addifficultatem paricndi probatum. Elisabet peperit prae-cursorem, sancta Maria genuit salvatorem . sive masculussis sive femina, veni foras, salvator revocat te und diedort in der Anm. zitierte Literatut.
XXII.MÜNCHENER WUNDSEGEN.
Ueberlieferung: Clm. 23374 (ZZ374) Bl. löva, nachalter Paginierung S. 218a, von einer Hand aus der2. Hälfte des 12. Jhdts. geschrieben.
Literatur: ZfdA. 15 (1872) 454. — R. Köhler,Kleine Schriften, 3,552 bis 558. — MSD IP275; 281 f.0. Ebermann, Palaestra 24 (1903) 24 bis 64. — A. Franz,Benediktionen a. a. O. II 511\512.
Aeusserlichkeiten des hslichen Textes: Die fett-
fedruckten Buchslaben rot. — Z. 15. Absatz durchTeberdenrandrücken des D gekennzeichnet. — Z. 22kein äusseres Kennzeichen eines Absatzes.