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[2] (1916) Kommentar. Hälfte 1
Entstehung
Seite
89
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XI. Das Insbrucker Arzeneibuch g9

Akzente: 3' und 4".

Interpunktion: Auch hier ist das Bestreben, grossenBuchstaben für Satzanfang zu verwenden, Punkt zurTrennung von Satzgliedern.

Quellenfrage: Dass dem Stück ein entsprechendeslateinisches als Quelle diente, steht ausser Zweifel,und dass die Rezepte in hohem Ansehen standen, be-weisen die im Anhang zu Nr. XI mitgeteilten Ueber-setzungen aus dem 14. Jhdt. Anhang Nr. I zeigt dieengen Beziehungen zu dem Kräuterbuch (Nr. XII),Nr. II, der dieses Kräuterbuch zweimal bringt, diePlan- und Sorglosigkeit, mit der Receptsammlungenangelegt wurden. Es ist daher überhaupt nicht gutmöglich, wie J. Haupt ZfdA 23 (1879) 353 f. meinte,festzustellen, aus welchem medizinischen Werk dieverschiedenen Fassungen geschöpft haben. Es kannbloss gesagt werden, dass sehr ähnliche und unter-einander verwandte Receptgruppen den einzelnen Fas-sungen zu gründe liegen. Und diese können ihrerHerkunft nach charakterisiert werden. Da ergibt sichdenn, dass wir es im Wesentlichen mit antikem Gut zutun haben. Auch die christlichen Besprechungen XI 20 f.82 f. ändern daran nichts. Marcellus hat solches pa-ganes Zeug in sein De medicamentis liber ebenfallsaufgenommen. In vielen Fällen waren wohl Pliniusund Dioskorides Endquellen, desgleichen Placidus.Auffällig ist, dass der auch in der Li eberlieferungmit Placidus eng verknüpfte Pseudo-Apuleius so gutwie kein Vergleichsmaterial liefert. Im übrigen ver-weise ich auf die Erläuterungen und das unter Quellen-frage zur Nr. XII und XXV Gesagte.

Heimat und Verfasser: Die Sprache kann nuralsOberdeutsch" bezeichnet werden, eine genauereFixierung ist nicht möglich. Der Verfasser war einLateinkundiger.

Literarisches: Von dem Stück gilt das Gleichewie von Nr. VI.

Erläuterungen: 1 ) 24. MBU 33 v: Ad caput.

doloris. Accipe plantaginem et tere cum vino et caput

laua. Vgl. Anhang 11.

>) M=Cgm, 92; L Cod Linz. ms. Cc. 1115 membr.; WCod. Vindob. 2532 (vgl. Ev. Steinmeyers ahd. Gl. IV 648 f.)