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[2] (1916) Kommentar. Hälfte 1
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68 VIII. Himmel und Hölle

Morgans Statistik stimmt ausserdem nicht: er warnicht nur zu faul, Graf/s Sprachschatz nachzuschlagen,sondern prüfte auch Lexers Zitate nicht nach.

W. Wackernagel hat unser Denkmal für ,.Reim-prosa" erklärt, damit aber, nachdem der Ausdruckeinige Zeit anerkannt war, gründliche Ablehnung er-fahren. Es war ein unglücklicher Zufall, dass er denAusdruck für dieses Stück prägte. Denn von Reimen,wenn man von den vollen Endungsvokalen und derbedenklichen Annahme sehr dissonierender Assonanzenabsieht, ist recht wenig zu bemerken. Die Bezeich-nung aber ist nicht schlecht und hat sich für diemittelalterliche lateinische, mit Homoeoteleuton ge-schmückte Prosa eingebürgert (vgl. E. Norden, AntikeKunstprosa II 760f.) Aber Wackernagel hat kaumetwas anderes gemeint, als was Scheret in die Wortekleidete:die begeisterte Rede nimmt geradezu regel-mässigen Verstakt an", d. h. rhythmische Prosa (s. Nor-den a. a. O. 757f.; 847f.; 909f. C. v. Kraus D. GedichteS. 202 f.). Darin liegt die literarische Bedeutung desStückes: es überträgt mit gutem Erfolg ein von denlateinschreibenden Prosaisten der Zeit fast durchwegangewandtes Stilmittel auf die deutsche Prosa. AuchWilliram hat das getan, aber so wirkungsvoll ist esihm nicht gelungen.

Ob das Denkmal ein in sich abgeschlossenes Ganzeoder nur Ausschnitt aus einem umfangreicheren Stückist, wird sich schwer unter den gegenwärtigen Ueber-lieferungsverhältnissen entscheiden lassen. Manchesspricht für ein Bruchstück: das Fehlen jeder Einlei-tung und jedes Schlusses, das besonders auffällig wirddurch die Sätze 45: So ift taz himelriche einif teilifgetan und 72: So ift taz helleriche einif teilis getan.Aber das sind Kriterien, die subjektivem Empfindendes Einzelnen weiten Spielraum gewähren.

Eine Erinnerung an Himmel und Hölle findet sichbei Frau Ava; s. unten zu Z. 38.

Erläuterungen! 1 himilifge s. zu II1, 12. 3 derluhtetnach Haupt, es wäre der älteste Beleg für das späterin Bayern und Ostfranken häufig erscheinende der. 5 f. Vgl. Appendix zu Augustinus (MSL. 35,2450 f.) :