Druckschrift 
Rainer Maria Rilke
Entstehung
Seite
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gegen dasZurücktreten vom Gegenstand zur Beob-achtung des Effektes", wodurch viele Mal das Künstler-tumzumeitelsten aller Gewerbe"geworden war; ab-solute Drangabe an das zu Leistende, das unentwegtgebückt stehen über dem Werkzeug", ohne Seiten-blick auf ein Virtuosentum. Wo das am folgerichtigstenausgeführt ist, in denNeuen Gedichten", gibt es,mitten im Schönsten, schon hie und da eine Stelle,bei der nach Schilderung, besonders von etwas mitden Sinnen Erfaßtem, gleichsam mit der Hand Model-liertem, sich, wie hinterdrein noch, eine Strophe er-gießt - wie Ausgießung des Geistes, der seine innersteBeteiligung und Bezogenheit nicht länger an sichhalten, sich an der realen Wiedergabe nicht ge-nügen kann. Sobald nun Rilkes Thema mehr undmehr dem Material des Innersten, nicht mehr sinnen-fällig Wiedergebbaren, entnommen wurde, kehrte essich langsam um in Beschwörungen, die kaum An-teilnehmer gestatteten; die erworbene am Realengeübte - Macht des Ausdrucks feierte gerade hier ihreTriumphe, aber tatsächlich hörbar geworden nur fürdie, welche Erlebnisse von gleicher Mächtigkeit undTiefe, unerlöst und wartend, mit sich herumtrugen.Den übrigen mochte manchmal der Dichter vorkom-men wie ein Moses, der, vom Gebirg niedersteigend,über der ihn ganz hinnehmenden Offenbarung ver-säumt hätte, die zehn Tafeln in extenso vollzuschrei-

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