trotzdem noch voller Stunden, die sich voller Hoff-nung fühlten. In denen man wußte, spürte: das Werk,das ungeboren in ihm-litt, würde werden — aber -er? wo würde solcher Fortschritt hingehn mit ihm?
An Übersiedlung in die Schweiz dachte niemand:er folgte einfach einer Aufforderung für wenige Som-mermonate. Schon für den Oktober verabredeten wirein Zusammentreffen in Deutschland. Davon sprachenwir noch in letzter Minute, auf dem Bahnsteig, alsich kurz vor ihm abfuhr. Seine Frau, ein paar Freunde,standen bei uns. Alles schien so gut. Aber noch wäh-rend wir sprachen und scherzten und der Zug sichlangsam in Bewegung setzte, überwältigte mich dieSorge, und ein schweres Wort aus einem seiner altenPariser Briefe legte sich mir dunkel über den Sinn:
„- ich aber gehe, wie die Tiere gehen, wenn die
Schonzeit vorüber ist."
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Die Abwendung oder Mißbilligung Rilkes in bezugauf ihn selbst als Person steht in irgendeinem Zu-sammenhang mit dem, was im Verlauf des letztenJahrzehnts seiner Dichtungsweise einen esoterischenZug aufgeprägt hatte. Kann man es doch bezeichnenals: bewußte Abkehr auch vom Hörer, vom Leser.Wir redeten oft darüber miteinander. Zunächst er-scheint es nur als äußerste Folgerung dessen, waser sich in der Rodin-Periode erworben: Widerwille
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