Druckschrift 
Rainer Maria Rilke
Entstehung
Seite
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allem, nichts ablehnend, meine Sinne gehen, ohnemich zu fragen, zu allem Störenden über; ist da einGeräusch, so geb ich mich auf und bin dieses Ge-räusch, und da alles einmal auf Reiz eingestellte, auchgereizt sein will, so will ich im Grunde gestört seinund bins ohne Ende. Vor dieser Öffentlichkeit hatsich irgendein Leben in mir gerettet, hat sich an eineinnerste Stelle zurückgezogen und lebt dort, wie dieLeute während einer Belagerung leben, in Entbehrnisund Sorge. Macht sich, wenn es bessere Zeiten ge-kommen glaubt, bemerklich durch die Bruchstückeder Elegien, durch eine Anfangszeile, muß wiederzurück, denn draußen ist immer die gleiche Preisge-gebenheit. Und dazwischen, zwischen dieser ununter-brochenen Hinaussüchtigkeit und jenem mir selbstkaum mehr erreichbaren innern Dasein, sind die eigent-lichen Wohnungen des gesunden Gefühls, leer, ver-lassen, ausgeräumt, eine unwirtliche Mittelzone, derenNeutralität auch erklärlich macht, warum alles Wohl-tun von Menschen und Natur an mich vergeudetbleibt."

Aus Schloß Duino schon schrieb er (Januar 1912):Wie oft geschieht es mir nicht, daß ich gewisser-maßen als ein Chaos aus meiner Stube trete, draußen,von jemandem aufgefaßt, eine Fassung finde, dieeigentlich die seine ist, und im nächsten Moment, zumeinem Staunen, gut geformte Dinge ausspreche,

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