Druckschrift 
Rainer Maria Rilke
Entstehung
Seite
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„Manchmal entdeck ich mich wie unterwegs zueiner Freude, neulich vor einem Goldlack, der ausder alten Mauer aufblüht, - aber als kam ich nichtmehr bis hin, es bleibt bei einem sich Auf-die-Freude-

Freuen, ------- und mir verringert sich alles durch die

Wehmut, es früher gekonnt zu haben---- . Seltsam,

Lou, dagegen erreich ich in den Untergang, wo ersich zeigt, mit so heftigem Verstehen, daß es keinAufhalten gibt; zufällig las ich neulich Abend denBrief, in dem Montaigne den Tod seines Freundesde la Boetie berichtet: ich konnte hernach vor Weinennicht einschlafen."

Eine Seite zuvor:

„Meine Natur will so gern, aber ich helfe ihr nicht,das ist das Arge, ich bin eigentlich mit dem Versucher,und er stellt mich an, in seinem Dienst alles das Häß-lichste zu tun, für das er sonst keinen findet."

In einem schon erwähnten Brief:

„- Gewohnheiten, durch die man früher immerwieder durchgriff wie durch schlechte Luft, verdichtensich mehr und mehr, und ich kann mir denken, daßsie mich eines Tages einschließen wie Wände."Aber wie „mit Wänden" umschließt ihn seine Leib-lichkeit schon als solche: sie, am meisten von allemdas Gefängnis, das ihn nur äfft, als stelle es ihn selberdar, grenze ihn vom Fremden ab, während es ihnvon sich selbst absperrt, ihn vergewaltigt. Er liegt

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