Druckschrift 
Rainer Maria Rilke
Entstehung
Seite
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geborene Künstlertum, das nie ganz rastende Werk-schaffende, das ihn in allen Poren durchdrang; es warauch dies, was ihn auch mündlich zu einem Erzählerallerersten Stils machte und mit ihm gemeinsam auf-genommene Eindrücke und Erlebnisse, selbst ein-facher Art, zu unvergeßlichem Ereignis gestaltete.

Indessen, die von den Menschen verfertigte Scha-blone, in die er sich ohne weiteres bergen durfte, alser dafürbekannt" genug war, bedeutete nicht ledig-lich Bequemlichkeit oder Erleichterung, sondern zu-gleich auch eine Art von Gefängnis, von Klausur. Erentsann sich eines kleinen Kinder-Erlebnisses, worindies Schreckhafte, was mit drinsteckt,zu wundersamerDrastik kam. Da sieht er sich vor einem Stehspiegelin einer selbstgewählten Vermummung (bei der dahin-gestellt bleibt, ob an ihr nicht vielleicht die kleineRenee heimlich auflebte). Anfangs belustigt es ihn,dannspannt es seine Neugier, ob er, Fratzen schneidend,noch imstande bliebe, sich selbst durch die Maskeradehindurch zu erkennen, allmählich wird es zur Bangnisvor der Unheimlichkeit des Fremdbildes - und end-lich packt es ihn mit jähem Entsetzen, so daß er,angstvoll um sich schlagend, umsonst aus den Hüllenherauszustrampeln sucht, bis er, schweißbedeckt,bebend, mit dem Gefühl, erwürgt, erdrosselt zu sein,sterbebereit am Boden liegt. In dieser Erinnerung tutsich die ganze Doppeldeutigkeit auf von Selbstsein

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