der typische analphabetische Bauer war, so hatte derdoch schon den riesigen Raum durchpilgert, sei eszum Besuch seiner Kirchenheiligtümer oder seiner nachallen vier Himmelsrichtungen verstreuten Familien-angehörigen. Zwei Momentbilder sind mir hiervonals charakteristisch vor Augen geblieben: gleich an-fangs der Ausdruck in Rilkes Gesicht bei der üb-lichen Frage eines Bäuerleins: „Wievielmal vierund-zwanzig Stunden bist du denn her?", und der Aus-druck in seinem Gesicht, einem erglühenden Gesicht,als nach erstem Aufenthalt in einem der Wolga-Dörferdie Bäuerin, Abschied nehmend, ihn mit den Wortenküßte: „Auch du bist wohl nur Volk."
Auch als Künstler empfing er nur in diesem Sinne-aus dem Menschlichen heraus-Anregungen, wie schondie ganz Großen der Dichtung es ihm insbesondereauf diese Weise, als russische Menschen, angetanhatten. Daß eine Volksart ihn umgab, die künstlerischgerichtet war in Phantasie und Auffassung, aber ineiner noch innigen Zusammenfassung von Poesie undLeben, wie es dem Primitiven entspricht; - daß künst-lerische Betätigungen, noch nicht völlig abgesondertvon den übrigen menschlichen, noch naiver hinlebend,unausgegebener und unmittelbarer wirkten, das warendie Eindrücke, die ihn selbst verkindlichten, verjüng-ten. Wodurch sie ihm, wie in allem, zum Auftakt wur-den zu vertrauensvollem Beginn; auch wo es ihn
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