1232 Juli 1540.
Zu p. 1540, 19. Juli (Montag vor Maria Magdalena). Zürich an Ulrich und Wolf von Landenberg.Die jetzt zu Tagen versammelten Eidgenossen haben denen von Zürich einen Büschel („Butscheli") Briefe,deren Überschrift an den Burger von Zürich, Hans Heinrich Göldli, lautete, übersandt, iu der Meinung, daß,weil dieselben bei einem argwöhnigen Boten gefunden und zu Dießenhofen „verstoßen" worden, die von Zürichsie öffnen und „sy" von ihrem Inhalte berichte» sollen. Denen von Zürch sei sehr widrig gewesen, dieseBriefe hintcrruks ihnen („üch") aufzubrechen; aber weil ihnen nicht geziemen wollte, dieselben, ohne sieuntersucht zu haben, ihnen zu übersenden, und sie beincbens besorgen mußten, daß ihr Vetter und BruderHans von Landenberg „ime selbs ouch etwa mit hitzigen worten entrunnen wie in Hern Hans Heinrichs briefe",habe man gedacht, es sei besser, man prüfe zuerst solche Schreiben, weil sonst aus der Hitze leicht größeresFeuer entstehen möchte, und habe deßwegen den inliegenden, an die von Landenberg („üch") gerichteten Briefauf das Verlangen der Eidgenossen geöffnet, was man daher nicht verüblen wolle.
St.A.Zürich.- Missivenbuch 1540, k. 147.
Zu 1540, 24. Juli (Samstag St. Jacobsabend). Zürich an Basel (und Schaffhausen). Derauf dem letzten Tag zu Baden zwischen den Boten beider Orte gewaltetc Antrag, nebst dem für gemeineEidgenossen ergehenden Schreiben noch besonders im Namen der vier evangelischen Orte an den Herzog zuWürtemberg zu schreiben und ihn zu ersuchen, daß er mit Rücksicht auf die aus dem Landenbergischen Handeldem evangelischen Wesen drohenden Gefahren den von Landenberg nicht unterstütze, habe man heute berathen,aber nicht für gut befunden, weil bei den andern Orten hicdurch der Verdacht entstehen möchte, daß dieevangelischen Orte mit dem Herzog in einem besondern Verständniß stünden.
K.A.Basel: Abschiede 1540—41. St. A. Zürich: Missivenbuch 1540, k. 153.
Zu i'. 1) 1540, o. zwischen 22. und 31. Juli. Freiburg an Wallis. Auf dem letzten Tage zu Badenhaben die Boten der VI Orte denen von Freiburg aufgetragen, im Namen Aller über folgende auf dem Tagezur Sprache gekommenen Gegenstände an die von Wallis zu berichten: 1. Ein gewisser Christoph von Landenberg,ein Sohn des seligen Hans von Landenberg am Schramberg, der mit denen von Rotwcil Streit hatteund dann aber durch gewillkürte Richter vertragen worden, habe nämlich seines Vaters wegen denen vonRotweil offene Fehde nnd Absage verkündet und vermittelst seiner Anhänger sie mit Mord, Raub und Branddermaßen geschädigt, daß sie genöthiget worden, ihre Eidgenossen vermöge der Bünde um Hülfe zu mahnen-Als nun dieser Handel zu Tagen angezogen worden, haben einige Eidgenossen der neuen Religion sich derRettung derer von Rotwcil nicht annehmen wollen. Die mehreren aber und insbesondere die VII alt-gläubigen Orte hätten beschlossen, denen von Notweil gemäß dem mit ihnen errichteten Bunde beholfcn zu stmund dem Herzog von Würtemberg und andern Benachbarten zuzuschreiben, daß sie dem von Landenberg wederUnterschlauf, noch Durchzug gestatten. Als man dann auf dem letzten („vordrigen") Tage der Jahrrechnungeinen von Landenbergs Dienern gefangen gehalten und verhört, habe der von Landenberg an die Boten derXIII Orte einen so schmählichen Brief geschrieben (der in Abschrift beigelegt werde), daß man dieses nichtdulden könne, sondern zur Rettung althergebrachter Ehre abwenden wolle. Wiewohl nun der von Landenberginzwischen das Gebiet derer von Rotweil verlassen und zu hoffen sei, daß diese zur Ruhe kommen, wolle mandoch im Auftrage der VI Orte und im Namen derer von Freiburg selbst dieses denen von Wallis berichten, ß)-um getreues Aufsehen angehen und von ihnen vernehmen, wessen man sich ihrer zu getrösten habe. 2. Ve>-nebens vernehme man gerüchtsweise, daß die von Bern einen Zug nach Genf beabsichtigen, falls ihnen vondorther nicht eine willfährige Autwort zu Theil werde; man bitte um Bericht, was hierüber denen zu Wallisbekannt sein möchte.
K. A. Freiburg: Missivenbuch Nr. 13, f. 52, ohne Datum. Die unmittelbar anliegenden Missiven sind vom 22. und 31. Juli 154».
2) Ab diesem Tage schreiben die VII Orte wegen Rotweil an die Pfalzgrafen am Rhein, Herzoge zuBaiern; siehe Abschied vom 23. August, Note zu ».
Zu «. 1540, 4. August (Mittwoch vor Laurenz). Der Bischof, Hauptmann und die Abgeordneten de>sieben Zehnten, zu Naters versammelt, an die VII Orte. Die Gesandten der VII Orte, die auf dem letztesTage zu Baden gewesen, haben ihnen zugeschrieben und die Erneuerung und Beschwörung des Burg-