Juli 1540. 1229
Die Basler Sammlung hat zwei, formell ganz getrennte, mit bcsondcrm Titel versehene Abschiede, wovonder ersterc nur « und », der zweite das Übrige umfaßt. Bei Behandlung der im zweiten verzeichnetenGegenstände scheinen die Basler Gesandten nicht anwesend gewesen zu sein. Der Abschied wird den genanntenGesandten mit Begleitschreiben vom 21. Juli durch den Landschrciber zu Baden zugeschickt und dabei bemerkt,sie werden darin finden „was siderhar" gehandelt worden.
Zu ». Die vier rechtbietenden Orte betonen, nach dem Freiburger Abschied, beim frühern Mehr habeder Bote von Uri ohne Auftrag seiner Obern gestimmt, jetzt aber seien die von Uri auf ihre Seite getreten.
Zu e. Beim Berner Abschied (wohl auch den übrigen Orten mitgetheilt) liegt ein Schreiben von Ulrichund Wolf von Breitenlandenberg ä. ck. Zürich, Montag nach Johann Baptist (28. Juni) an Schultheiß undRath der Stadt Bern. Sie reassumiren die Verhandlung des Abschieds vom 7. Juni Ic und bitten dringend,sie als gcborne Eidgenossen und Landsäßen (später „Land- und Hintersäßcn") in Schutz und Schirm zu nehmen,daniit sie sich gegenüber der Forderung derer von Rotweil verantworten können.
Zn k. Das im Text Mitgctheilte ist nach dem Berner Abschied. Im Luccrner und Zürcher ist dieVerhandlung kürzer gegeben, dagegen am Schlüsse beigefügt: Heimzubringe», wie die Parteien das Rechtmit einander brauchen sollen, wenn Bern dasselbe vorschlagen würde.
Zu K. Wir ergänzen den Abschied durch folgende Aufzeichnungen:
1 Auf Dienstag (13. Juli) Vormittag erscheinen die Boten von Rotweil vor der Tagsatzung mit derAnzeige, daß ihnen zu dieser Stunde durch eilende Boten Briefe ihrer Herren übergeben worden, worin Fol-gendes gemeldet werde: 1. Von zwei Städten seien sie gewarnt worden, daß Reisige nebst mitlaufenden Fuß-inechten in großer Anzahl aufwärts ziehen, denen nach ihrer Angabe noch mehrere folgen sollen; es scheine,daß es ans Rotweil abgesehen sei. 2. Auf Donnerstag seien zu Klein- und Groß-Saxcnheim, unweit Stuttgart,so viel Reisige übernachtet, daß sonst niemand beherbergt werden konnte; auch am Samstag und „gestert"seien drei Haufen Fußknechte durch und neben Herrenbcrg aufwärts gezogen und hätten nach Hochdorf ge-fragt. Daselbst seien den» auch viel über 100 Pferde und einiges Fußvolk „Hinacht" Übernacht gelegen.Laut Berichten der Amtslcute der Herrschaft Hohenberg liege Christoph von Laudenberg zu Hochdorf stark zu Roßund zu Fuß, mustere daselbst und habe auch viele Leute zu Herrenbcrg; sein Vorhaben sei, Alles um Rotweilher zu schleifen; was die Knechte fortbringen mögen, sei ihnen als Beute zugesichert. Es sei auch Christophvon Landenberg(s) Einer von Fcnnigen zu Kürenbach, einem Dorfe des Herzogs von Würtemberg, wo dasSchloß Sternenfels ist, mit 8 Pferden und einigen Fußknechten gelegen. II. Nachmittag 3 Uhr erscheinendieselben Gesandteil wieder und melden, wie ihre Herren berichten, daß zwei Züge zu Roß und zu Fuß inBewegung seien, von denen einer heute Montags ihre beiden Dörfer Hochmcßiugcn und Wintzle» bis aufWeniges verbrannt habe, und daß sie in dieser Weise, nach Allem zu schließen, weiters fortfahreil wollen; auchsei man berichtet, daß die Stadt einzuschließen beabsichtigt werde. Landcnberg habe ferner beigelegten Brief, angemeine Eidgenossen und „si" lautend, durch ein „pürli" von Wintzlen denen von Rotwcil zugeschickt, welchemBauer er einen schweren eisernen Ring um den Hals gelegt und verdeutet habe, er werde bald näher kommen.Die Gesandten bitten znm höchsten, ihnen hierin mit allen Treuen und allem Ernst bcrathcn und bcholsenzu sein, denn ihr Vertrauen und ihre Hoffnung stehe einzig auf den Eidgenossen. III. Auf den Mittwoch(14. Juli) ist den Gesandten von Rotweil weiterer Bericht zugekommen, wie Christoph von Landcnberg nichtnur die beiden Dörfer Wintzlen und Hochmeßingen gänzlich verbrannt, sondern auch Vieh und anderes Gut weg-genommen habe. Darauf sei er nach Leimstetten abgezogen; daselbst habe er vor dem Hause von des Edel-manns Frau Essen und Trinken gefordert, und nachdem ihm solches geworden, gesagt, er wolle sie nun der-malen im Frieden lassen, wenn aber die Sache innert Monatsfrist nicht vertragen ,verde, komme er mit etilerMacht, die denen von Rotweil und ihrem Anhange stark genug sei; da möge sie dann zu sich selbst schauen,denn da werden Kuh lind Kalb mit einander gehen. Mail habe auch gründlichen Bericht, daß im Plane liege,die Landschaft derer von Rotweil gänzlich zu verderben und die Stadt zu belagern. Die von Rotweil bittendaher die Eidgenossen zum höchsten um getreues Aufsehen und wenn sie so übereilt würden, daß sie nicht