1194 April 1540.
zu gestatten. Beide Orte sollen sich auf dem nächsten Tage erklären. I». Der Landvogt im Thurgau bringtan, daß einige ledige und uneheliche Personen sich der Erbschaft halb loszukaufen wünschen. Heimzubringen«l. Der Vogt in den Freien Ämtern klagt, daß es dort gar muthwillige freche Leute gebe, welche sich um keineStrafe kümmern; er schlagt daher vor, in Hitzkirch ein Halseisen zu errichten zur Abschreckung. Antwort aufnächstem Tag. Ii,. In Betreff der Übergabe der Reichenau an den Bischof und das Domcapitel zu Konstanzäußern sich Zürich, Bern, Uri, Glarus, Basel, Schaffhausen und Appenzell: auf dein letzten Tage sei durchdas „Ausheben" des Gesandten von Uri das Mehr für Übergabe der Reichenau zu Stande gekommen. Nunaber habe der Bote von Uri damals nicht gemäß dem Auftrage seiner Obern gehandelt, deßwegen beschwerensie sich gegen dieses Mehr und verlangen, daß die Übergabe der Reichenau verweigert werde. Dafür habeman jetzt die besten Gründe: 1. weil der Bischof von der Insel heimlich Besitz genommen und bei Tag undNacht die Unterthanen und Amtsleute sich huldigen lasse, bevor er diejenigen Bedingungen erfüllt habe, an welchedie Orte, welche die Übergabe bewilligt hatten, aber jetzt die Minderheit bilden, jene geknüpft hatten. (H^folgen als Ziff. 2—6 die schon im Abschied von 1539, 10. Novbr. <1 beinahe gleichlautend angeführten Motive.)7. Zudem haben die frommen Altvordern weder dem Bischof von Landenberg noch andern Bischöfen je gestattenwollen, in die Reichenau zu kommen. Aus diesen und andern Gründen habe man wohl Fug und Glimpf,es ihnen zu wehren; darum bitten die sieben Orte nochmals mit höchstem Fleiß, gehörig zu erwägen, wasman sich und den Nachkommen auf den Hals lade; denn es sei wohl zu gedenken, daß der Bischof, einschwinder listiger Mensch, uns als Nachbar bald lästig und überlegen würde; sie bitten daher ernstlich, si^die Mideidgenossen viel lieber sein zu lassen, als so einen Bischof, von dem niemand wisse, woher er st'-Darauf eröffnet Uri durch Vogt Püntiner: man dürfe eine Veränderung in der Au nicht zugeben; müßt?man sie dennoch fahren lassen, so sollte man die Herrlichkeit, welche die Au in unserm Gebiete habe, zu eigenesHänden ziehen, aus den hier fallenden Zinsen das Schloß Sandegg, das zur Au gehöre, aufbauen, um sichim Nothfall vor Schaden wahren zu können. Es werde ausgestreut, man gebe dieser Sache wegen Geld aus,Uri wünsche zu wissen, wer solches erhalten hätte, und welche Orte dem Bischof einen solchen Abschied gegeb^haben. Sodann zeigt Vogt Gisler, der auf dem Tag war, an dem das betreffende Mehr erfolgt ist, ^er habe damals die Instruction seiner Obern eröffnet, beim Mehren habe er „ufgehebt", aber nicht in derMeinung, die Au oder was in unserer Obrigkeit gelegen, zu übergeben; er habe auch später gesagt, daß ^bei der Meinung seiner Obern bleibe. Die Boten von Lucern, Schwyz, Zug, Freiburg und Solothurn erklären gemeinsam, man habe an jenen Enden nichts zu gebieten; der Kauf oder Tausch sei mit Bewilligungdes Papstes und des Kaisers vor sich gegangen und die Au dein Bischof und Domcapitel bereits eingehäudMworden; darum könne man in der Sache nichts weiter thun. Des Gotteshauses Nechtsame einzuziehen vdrrdas Schloß Sandegg daraus zu erbauen, würde nur zu Feindschaft und Uneinigkeit führen. Ammann zumWeißenbach von Unterwalden bemerkt, da diese Sache nur die X Orte angehe, denen die Grafschaft Thurg^zugehöre, sollen die drei Orte Basel, Schaffhausen und Appenzell dabei nichts zu sagen haben; dabei steht ^auf und entfernt sich. Die drei Orte erwiedern, sie haben bisher unangefochten an dieser Verhandlung ^genommen und hoffen, daß man sie nicht ausschließen werde; denn sie haben von ihren Obern keine andern > ^träge, als was zur Wohlfahrt gemeiner Eidgenossenschaft gereichen möge. Die Boten der „übrigen" m ^Orte äußern ihr Bedauern über den Anzug Unterwaldens; es verstehe sich von selbst, daß in Geschäften, mo ?sich um Zinsen, Gülten oder zeitliche Güter handle, nur die Orte darüber zu rathen und abzustimmen ha 'eMdenen die Obrigkeit gehöre; wenn aber diese Angelegenheit zu einem Kriege führte, so würden nicht nur