Februar 1538, gzz
weniger mit stärkerer Wache behütet habe»! es sei aber erfahrenen Kriegslcuten wohl bekannt, wie oft cSvorkomme, daß aus einem selbst mit Hccresmacht belagerten Platze Leute zu entfliehen wissen; so sei es ohneZweifel auch hier gegangen, da die Umgebung von Schwarzenburg mit ihren Wäldern es begünstige, besondersbei Nacht, indem die Wachen auf ihren Posten verharren müssen und ein ganzes Heer der örtlichen Lagenach es nicht verhindern könnte. Es dürfe also der Regierung oder ihre» Verordneten kein Versäumuiß zurLast gelegt werden, da doch ihr guter Eifer aus ihrer übrigen Thätigkeit Wohl zu erkennen sei: auch daraus,daß die Befehlshaber die Sache so frei und unverholen erzählt haben, könne man schließen, daß die Beidendie Pflicht mehr im Auge gehabt, als die Sicherung der Thäter, zumal ihnen diese weder blutsverwandtnoch durch irgend welche Gemeinschaft oder Bekanntschaft zugethan gewesen; sonst hätten sie ja den Marx„Mehoffer" und die vier andern kaum gefangen behalten. Deßgleichcn dürfe den Gesandten und der Negierungkeinerlei Schuld zugemessen werden, indem Schwarzenburg sie nichts angehe; bloß auf besonder» Befehl desKaisers haben sie der guten Nachbarschaft wegen sich darauf eingelassen; es sei ihnen auch von Herzen leid,daß sie die vier Gefangenen nicht zu ihren Händen gebracht.
2. Auf die Anzeige, daß um Lichtmeß eine Versammlung zu Pforzheim stattsindc, wozu auch Hans vonSickingcn und Peter Schcrr geladen sein sollen, sei nur so viel zu erwiedcrn, daß die Regierung die vonMillingen deßhalb bei ihren Pflichten zur Rede gestellt, aber so genügenden Aufschluß erhalten habe, daß siedamit zufrieden sein müsse; demnach sei nicht zu glauben, daß dieselben dort erscheinen werden, und thätensie es doch, so würden sie gewiß nur Gutes anstreben, da sie wissen, daß der Handel dem König sehr zu-wider sei . . .
3. Die Eidgenossen erklären, es sei kaum anders möglich, als daß die vier Gefangenen, die nach Enfis-heim gefertigt worden, wissen wohin der Franzose gekommen sei. Man könne aber nicht mehr von ihnenherausbringen, als man schon angezeigt habe; es sei doch ganz wohl glaublich, daß Arsent und seine An-hänger ihnen etwas so Wichtiges nicht anvertraut, und zu vermuthen, daß dieselben sich nicht weiter würdenpeinigen lassen, wenn sie es wirklich wüßten. Die Regierung erwarte übrigens weitern Bescheid vom König.
4. Es möge wohl sein, daß Peter Schor (sie) der Regierung bewilligt und schriftlich anerboten habe,das Schloß Schwarzenburg einzunehmen; dies wäre auch begreiflich und ihm nicht zu verargen, eine solcheBürde auf andere Leute zu wälzen; denn der sei nicht der Thor, der einem Andern eine Thorheit zu begehenzuinuthe, sondern der sie thue; aber die Herren haben sich seiner nicht beladen, ihm auch keinen Glauben ge-schenkt, sondern erst auf den Befehl des Königs Schwarzenburg und Nambsheim eingenommen. Da die Ge-sandten und Verordneten in Allem redlich gehandelt, ja mehr gcthan, als die Erbcinung ihnen auferlege, soerwarten sie, daß die Eidgenossen mit dieser Verantwortung sich begnügen.
1538, 27. Februar, Prag. König Ferdinand erläßt ein Mandat an Kurfürsten, Fürsten, Prälaten :c. :c.,dem Wilhelm „Arzanndt", der die Stadt Basel zu befehden sich unterstanden, und seinen Anhängern wederRath »och Vorschub zu leisten, sie weder zu beherbergen noch ihnen sonst welches Unterkommen zu geben :c.,sondern sie auf Betreten ins Gcfängniß zu legen, damit sie ihrem Verbrechen gemäß bestraft werden können.
VcsigcltcS Original im St. A. Zürich: A.Kaiser.
Zu x. 1538, 24. Februar (Mathiä). Schwyz an Lucern. Heute habe man von dem Boten, der jetztöu Baden gewesen, Bericht erhalten, was dort wegen der 6000 Kronen verhandelt woidcn, die er omgoo» Frankreich „uns fünf orten zu trost und hilf gelegt und die jctz wider erfordert. schwyz ' u e inRescr Beziehung bei dem früher diesfalls an Lucern geschickten Schreiben. St. A. eucnn. .nun .na ^.Gallen.
Zu >. Die Existenz einer diesfälligcn Verhandlung und ihr ungefähres Resultat ergicbt sich aus fol-genden Missiven und Acten: ^ ^ , ,, . ,
1) 1538, 22. Januar. Basel an Schaffhausen. Auf den 21. Januar (letzten Montag) haben d.c Drei-zehn der Stadt Straßburg Luthers Antwort in Betreff des Nachtmals mit einer Beischrift von Capito undBucer übersendet, die man hier mittheile. Bitte, den Verzug von Luthers Antwort zu entschuldigen, d.e^chreier und Jrrthumpflanzcr abzustellen und das Werk der Eoncordic zu fördern.
«. A. Tchasshausen: il°rr«spondkn>en.