November 1537. 897
dürfte man »och immer fragen, welches göttliche Recht zugebe, Leib und Seele so auf die Fleischbank zugebe», und ob es billig sei, dieses irdische Leben um Geld zu verkaufen? Denn kraft der Vercinung mitFrankreich müssen die Eidgenossen um einer kleinen „verächtlichen" Summe Geldes willen gar manchen ehr-lichen tapferen Mann der Gefahr und dem Zufall „darwerfen." Sollte man sie des Verlustes der Ihren erinnern,welche Wittwe könnte es ohne Schmerzen hören? wo wären die „Waislinge", die nicht weinen würden?..-Es sei nicht einzusehen, wie die „Elemente" zugeben, daß ein freier lcdiger Leib einem ausländischenFürsten so zu dienen verbunden sei, der überall um sich greise, seine Nachbarn beleidige und ohne Recht mitKrieg belade, die ganze Christenheit in Aufruhr bringe. Das thue er aber nur, weil er wisse, daß ihm der Eid-genossen Kricgsvolk zu alle» Zeiten zur Verfügung stehe! darauf werde er bauen, so lange die Vercinung währe.
Wie könnten die hier versammelten Boten es mit ihren Aufträgen rechtfertigen, wenn sie dem Unge-horsam nachgeben und in das unbillige Vorhaben des Franzosen willigen würden? Denn dieser greife auchseine Blutsverwandten an, habe den frommen Herzog von Savoyen von seinen Landen vertrieben, ungeachtetaller Freundschaft. Liebe und Dienstfertigkcit. die derselbe beinahe wie ein Unterthan bew.esen Ja se.ne (desKönigs) Klugheit und Kühnheit habe keinen andern Zeitpunkt zu solcher Mißhandlung zu wählen gewußt alsdie Zeit, wo der Herzog von de» Bernern beschädigt worden. Damit dieser nicht wieder eingesetzt werde habesich der Franzose mit dem Türken verbunden, ihn aufgewiesen, die Christenheit zu überziehen und auf emRückweg die Insel Korfu anzugreifen, weil die Vcnedigcr pflichtgemäß sich mit dem Kaiser vereinigt haben.
Wenn Boisrigault an alte Kriege erinnere, um damit seiner sachc „zu glimpfcn , so könne »>an^ >c hro»iken besser anziehen als er. der wohl nur etwa davon reden gehört. Denn die vor Zeiten vorgefallenen Spane undKriege zwischen des Kaisers Vorfahren und den Eidgenossen seien „mit etwas ^itels' geschehen, was jenen erso zugesagt, habe» sie treulich gehalten, wie daran zuerkennen, daß der Kaiser, wiewohl er mächtigwaltig sei, doch alle Tractate und Vcrkommnisse unverbrüchlich halte. Der „wohlcrfahrne Chrom cfcr(Boisrigault) verschweige aber säuberlich die Schmach und das Unrecht, welches seine Vorfahren gcthan. ersK „er" nicht ein neuer Feind? Von wem sei den Eidgenossen je größerer Verlust und Schaden begegnetals von Frankreich? Sei er ein versöhnter Feind oder nicht? Könnte denn der König sie mehr schädigen, alswenn er ihnen so manche» tapfcrn redlichen Mann wegnehme? Daran können sie wohl erkennen, daß er ihrInnerlicher" Feind sei, „mit einem nassen Schoub bedeckt", so daß der genannte Boisrigault über die großenFrüchte und Gutthate», die sie von der Vcreiuung haben sollen, gar nicht so viel zu predigen brauchte, sies"m theucr genug erkauft. Er sollte auch diese Gutthaten nicht größer mache» als die Dienste und die^pfer, die dafür geleistet worden, und dasjenige, was die Eidgenossen zur Erhaltung des Königreiches gethan,uicht so gering achten. Zudem werden die Dienste nicht einmal gehörig bezahlt und müssen deßhalb Vic e inÄrmut gerathen. Endlich hätte Boisrigault wohl unterlassen dürfen, über Undank und Bestechung zu s ).»ähcnund damit die Ehre der Nation anzutasten: es sei doch zweifelhast, ob er in seinen Geschäften und Practlkensolche Leute gefunden habe; des Kaisers Gesandter habe wenigstens noch keine solche Elsahuing gema )t. ...Wo kumbt im die frcvelhcit har, daß er so vil zwitrachts undcr euch säyc und da von e.ner zwifpaltungvon Gelsen und Jubilin (sie) rede? Ist er so toll und blind, daß er euer fürsicht.gkc.t mt "kenne un m^vüß, daß ir ewcr Hendel und gmeinen nutz wislich und wol regieren und bcwarcn onncn , nn!° getrüwcn und waren undcrthancn nüt sitz zu crsorgen? Will das schnöd würmly so großmecht.gen versten-igen, wisen und wol crfarnen Herren erst gsatz geben und sy lernen
Nach all diesem falschen Schreiben diene es ihm zu vil schwercrem Vorwu.s, atz er m> . -
dochtigungen den christlichen Fcldzug gegen die Türken zu hindern suche. Er rede aber von de» Sachen wie"u Blinder von den Farben, und wie einer, der vom Krieg nichts verpetz. '.r ,a c h '
die eidgenössischen Knechte nicht wüßten, wie im Kriege zu dienen sc. ? Habe er an -h"e" I- Mo"gc S fundm.'hnen. die zu den besten und verdientesten Kricgslcntcn gezahlt werden? Cr sollte sie nah.l.ch mehr ge-ltet haben, weil die Franzosen doch selbst bekennen, daß Frankre.ch ohne .hre Hülfe le.cht Sch den genommenNun haben sie den Dank, daß sie das Kriegsrecht nicht verstünden. Der Ka.ser denke dar... besser;eben Achtung für solche Kriegsleute bewege ihn, sie für den nächsten Zug gegen die Tu.kcn zu begehren.