November 1537
2) Das zweite Schreibe», ck. <1, 5. November, »»terzcichnet Dangerant, gibt Bericht über die Fortschrittedes königlichen Heeres in Pieinont, die Einnahme von Susa, die Niederlage des spanisch-italienischen Heeres n'.
Beim Zürcher Abschied k. 259 ; beim Lucerner und Vasler Abschied, bei ersterm mit dem Datum vom 7. November.
3) Der Zürcher Abschied hat eine Beilage (von dreizehn Foliosciten enger Schrift), cl. ck. Bade»3. November, gezeichnet Marnold, die als Antwort ans den „Vortrag" von Boisrigault nicht wenig bc-zeichnend ist.
„Wicwol des küngs us Franckrych botschaft, des Herrn von Boibrigo schriben, an gwüssen enden getha»,keiner antwort wert, »och verdienen mag, das; man ine dcß widerspilS berichte, ursach das; er, wie sin gwanheit-abermals ns einem tronm nnd on grnnd geredt, nnd onch ewcr wißheit sonders zwifel syns irsäligcn a»-sinncns fürthin gnuog erfarnns tragend, Hab dannocht ich sin stoltzcn gcist ein wenig zu messigen und im Z"verstau zn geben, wie er so ns grosser »nwüsscnheit oder bosheit solchen fürtrag, da er wol hctt mögen de»atem sparen, gestellt habe, . . . ench nnangezeigt »it lassen wellen, wie er so wit ire und in die abernnvgangen, und was er für trngnus im herzen verschlossen Hab, damit, ob er villicht ns einfaltigkeit und »"'verstäntnus zu iibel reden bewegt wcrc, die warheit ine setz weisen thetc, sich sclbs zu erkennen und sich ei"ander mal, wann er sin verstand zu schwach sin begrifft, wüssen desto das zn hüten nnd sincr zungcn meistezu sin, oder ob in sin angebornc nnd gewanlichc schalckheit oder bosheit (das dem Handel mer glichen thu>>darzu gereiht und gestupst hette, dis min schriben . . . menklichen berichte, was im für glonbcn zn Halts"spc, nnd ime onch ein bis; widcrumbhin gebe lind sins eignen irsals lind lingemachs ermane, so daß er >"künftigem von silicm ttbelreden dester cc lasse» könne . . . Und wirt diser cxempel und bpspil by dem he"""von Boisriganlt manch andre person desto geschickter, bisintlicher, volkomner und ivarhaftiger inachen."
Und wahrlich, wenn Gott ihm solche Gnade bewiese, daß er das große Übel, das er nicht bloßdiesen Landen, sondern in allen Standen der Christenheit „nftrüllet", erkennen möchte, er würde bei Zell^"Buße gcthan habe» und die ehrliche Handlungsweise des Cardinals voll Sitten sich zum Muster nehmen, dadoch dessen guten Leumdcn nicht anzutasten wage. Es wisse auch jedermann, das; derselbe, obwohl im Die"steines ander» Fürsten, vor allem die Wohlfahrt und Äufnnng der Eidgenossen ins Auge gefaßt, so daß ^wohl der zweite „Anfänger" ihrer löblichen Freiheit genannt werden dürfte; dazu habe der Cardinal ci>ü"so tugendreichen Fürsten Commission getragen, daß niemand zu dem Argwohn veranlaßt gewesen, das; st""'Handlung wider die Ruhe und Sicherheit des Landes gehe. Eine Vergleichung mit ihm könne sich daher V"'Gesandte des Kaisers wohl gefallen lassen und zu hoher Ehre anrechncn
Damit aber das Schreibe» Boisrigaults vollends vernichtet iverde, gezieme sich, daß man frage, welche Fre»""'schaft den Eidgenossen bisher zu größeren, Nutzen gereicht, die des Franzosen oder die des Kaisers. Habe d"'Erbeinung nicht immer zu Stille und Einigkeit gedient? Habe der Kaiser ihnen nicht immer Gnade bewiest^wenn er um etwas ersticht worden? Sei etwa, so lang er lebe, etwas Widerwärtiges von seiner Seite geschehe".'
Nun wolle man sehen, was die französische Bereinung für Frucht und Nutzen bringe. Ja, mehr Verlustund Schaden, als je von anderer Seite komme. Was bringe die leichtfertige Art Frankreichs, ohne Urs"^'und Recht Krieg anzufangen? Wenn „ihm" dann das Wasser anfange, „ins Maul zu gehen", so suchen »s"'.alle Listen und Ränke, um die Eidgenossen in das Spiel zn führen, damit sie die eingebrockte Suppeessen. Könne man von einem größcrn Verderben rede»? Denn alle Gewalt nnd Autorität werde geschwächtund gebrochen . . . Oder sollte es zu ertragen sein, daß ein ausländischer Fürst in diesen Landen diehabe, die Angehörigen zu entführen und ohne Erlaubnis; „aufzuweibeln", um einen Potentaten nach st>"^Gelüsten zu bekriegen? Und wollen die Eidgenossen diesem Ungehorsam zuvorkommen, so haben sie nurSchaden davon; der Bürger, der den gemeinen Nutzen sollte erhalten helfen, handle dann wie ein Verba»"^'auf dessen Zerstörung. Sei etwa bereits vergessen, wie voriges Jahr wieder alle Verbote und Abmahnungdie Knechte in den französischen Dienst gelockt worden? Das geschehe, so oft es dem König gefalle,wollen die Obrigkeiten ihre Autorität dabei erhalten! In spätem Zeiten werden sich die Ungehorsamen dar""berufen, das; solches früher auch geduldet worden. Mit welchen Rechten können dann bei gleichem oder größ<"'^Unfug die Schuldigen bestraft werden? Und wenn schon dieser Gedanke aus dem Sinne geschlagen würde, >