874 . August 1537.
Zu Der Lucerner Abschied, die Berner Sammlung I. o. S. 117 und der Basier Abschied ent-halten folgenden Vortrag, unzweifelhaft von Boisrigault, dessen der Abschied zwar nicht erwähnt, der aberwohl mit Sicherheit hier eingereiht werden kann: Er sei berichtet, wie der kaiserliche Gesandte fortwährendden König verleumde, als habe derselbe mit den Türken ein Bündnis; gemacht und sie zu einem Angristermuntert, ja daß er und seine Diener sich dessen offen bcrühmen und gerade darum Leute begehre». Esscheine auch, daß die Eidgenossen diesen Reden Glauben schenken, indem sie ungeachtet der Bitte, solches mit'zutheilcn, den Gesandten des Königs nicht warnen und dergleichen Vorträge heimbringen, so das; das V»lkdenselben Glauben beimessen könnte; darum sei er genöthigt, noch einmal darüber einzutreten. Er behauptenun, daß der Kaiser allein an dem Vordringen der Türken Schuld trage; denn vergangenes Jahr sei der-selbe mit großer Macht nach Afrika geschifft, um den Barbarossa, der damals das Königreich Tunis als Ge-schenk des Sultans besessen, zu vertreiben; dann habe der Kaiser einen Feind, der als Ungehorsamer ver-stoßen gewesen, wieder eingesetzt gegen einen jährlichen Tribut von 5,0,<100 Ducatcn oder Seraphen und eiMAnzahl Pferde und Falken; dies diene also bloß zum Vortheil des Kaisers und nicht zur Mehrung derChristenheit; denn zun; wenigsten hätte er den eingesetzten König und das Reich Tunis zum christlichen Glaube»bringen sollen; dann wären alle Christen schuldig gewesen, ihn dabei zu schütze». Nun habe man sich »ist»zu verwundern, daß der Türke sich rüste; dazu habe ihn der Kaisez- gereizt, ohne Bewilligung der christliche»Fürsten und zum Schaden der Christenheit, was er niemals verantworten könne. Damit mau aber dessen Ehrgeiz noch besser spüre, sosolle man zusehen, wie er Anstalt treffe, dem Türken zu widerstehen; statt sein Landzu beschirmen, wende er seine Macht gegen den König, den Freund der Eidgenossen, und sei so „eintönig"-daß er lieber christliches Blut vergieße als das der Ungläubigen, und sich rühme, bald König in Frankreichzu werden; das sei eines so große» Fürsten, der sich für so tugendrcich halte, unwürdig und gar nicht weist!denn es gehöre wahrlich viel dazu, einen der tugendrcichstcn und erfahrensten Könige zu bestreiten, der, wen»er wolle, über eine Million Knechte verfüge, die alle zur Beschirmung seiner Person und seines Reiches sterbe»würden. Es möchte daher dem Kaiser besser anstehen, mit seiner Macht gegen den Türken zu ziehendiesen zu besiegen, was ihm größer» Ruhm eintragen würde. Der König habe sich immer alle Mühe u>stArbeit gegeben, Friede und Freundschaft mit dem Kaiser zu habe», sofern dieser ihm zurückgebe, was ih>»gehöre, dies aber nie erreicht. Er bitte nun die Eidgenossen, den Anträgen der kaiserlichen Gesandten ke>»Gehör zu leihen und durch die Erbeinung, die nicht einmal bestätigt und besiegelt sei, sich nicht irren s»lassen; denn wofern sie diesen Tractat gehörig „ausrechnen," so werde» sie ihn nachthciliger finden als irgc'stetwas Anderes. Schon zum dritten Male begehre der König Kriegsvolk gemäß der Vereiuung gegen einen Fel-der in seiner Wuth nichts schone, weder Weiber noch Kinder und Greise, weder seine eigenen Versprechung^noch Kriegsrecht achte, indem er Plätze, die sich mit Capiteln ergeben, plündern und verbrennen lasse; ärg"könnten die Ungläubigen nicht verfahren; gegen diese sollte der Kaiser das Gift verwenden, das des Kön'^ältestem Sohn gegeben worden .... Die Eidgenossen können wohl crmessen, daß der Kaiser, wenn erdem König fertig geworden, zuerst sie verderben werde, um sie wieder unter das Joch zu zwängen, unter de»'sie früher geseufzt; denn er habe die Schwertstreiche nicht vergessen, die ihre Väter den Seinen beigebrachtdarum sollen sie den süßen Schmeichelworten ihres alten Feindes nicht trauen, und sich dadurch nichtweichen" lassen, dem König das Verheißene nicht zu leiste»; sie sollen betrachten, daß sie mit dem König st»seien, so daß ihnen niemand etwas anhaben könne, und wohl zusehen, daß sie nicht einen Löwen unterhalt»»-der sie zuletzt verschlingen würde; daher sollen sie sich an den König anschließen, der nur Gutes im Sin»»habe. Ferner müsse er sich über die Grafschaft Burgund beklagen, die nach Vermögen wider den K»»^handle und den Vertrag nicht achte, den er auf der Eidgenossen Gesuch mit ihr gemacht; denn burgundist^Edelleute und Andere stehen in der Picardie als Feinde, und der kaiserliche Gesandte, der Herr von Mar»»^'der aus der Grafschaft komme, mache Umtriebe aller Art und schmähe den König. Daraus mögen die Estgenossen erkennen, ob jener Vertrag ihm gehalten worden und ob er nicht mit gleichem Rechte denselbenbrechen könnte. — Noch eins: Der Bote des Kaisers sage, der König werde die verlangte» Knechte >>»iSpanien, Catalonien und Navarra führen, um diese Länder zu bekriegen; das sei gar nicht wahr; »»^