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November 1S36.
Verfahren Berns immer lästiger, so daß es nicht möglich sei, solches länger zu dulden; damit aber Freiburgweder zu wenig noch zu viel thue, begehren die Boten, ihre Instruction zu verlesen. Sodann berichten sieweiter, wie in den zwei Flecken Boll und Flüe, die seit langer Zeit ihnen verwandt und der Mannschaft halb ifreiburgisch gewesen seien, obschon die Einkünfte dem Bischof von Lausanne gehören, die Berner jetzt ihreZeichen angeschlagen haben; würde man diesem und anderm zusehen, so möchte Bern je länger je mehreingreifen, was sowohl ihre Obrigkeit schmälern als ihr Anseheil gefährden müßte; Freiburg bitte daher zumallerhöchsten, ihin hierin berathen und beholfen zu sein. Diese Berichte hat man mit großem Mißfallen überdie Gewalt und den Hochmuth der Berner vernommen; da mau aber deßhalb keine besondereil Befehle hat,so verspricht mau sie getreulich heimzubringen; Freiburg wird ersucht, unterdessen ruhig zu bleibeil, nichtsFeindseliges zu beginnen und fleißig zu kundschafteil, um sogleich Alles, was vorfällt, berichten zu können. !I». Der Pannermeister voll Unterwalden bringt den Streit zwischen dein Vogt zu Mendris und dem Schreiber,Meister Kaspar von Aa, zur Sprache; der Vogt habe keine Ursache, auf Entfernung des Schreibers zu dringen, iund sollte lieber einen Unterwaldner haben als einen fremden „Walen"; wenn er sich darin nicht fügte, sowürde Unterwaldeil ihn nicht mehr als Vogt anerkennen, da er eigentlich sein Amt verwirkt, indem er denzu Baden erlassenen Abschieden nicht nachgelebt und wider seinen Eid gehandelt habe; er bitte Solothuru, denVogt dazu anzuhalten, daß er mit M. Kaspar sich gütlich vertrage. Dies wird dem Boteil von Solothurnin den Abschied gegeben, um auf den nächsten Tag zu Baden Antwort zu bringen. Dasselbe wird (in kürzererFassung) denen von Freiburg zur Instruction empfohlen, damit der Schreiber bei seinem Amte bleibe.
Uri entschuldigt sein Ausbleiben wegen Kürze der Zeit seit der erhaltenen Aufforderung; K. A. Frci-burg: Urner Missiven.
Zu ». Die citirte Instruction liegt im Lucerner Abschied; der Titel gibt die Namen der Boten vonFreiburg. Die Instruction selbst geht dahin:
In dem letzteil Zuge der Berner haben etliche die Freiburger Ehrenzeichen in dessen alten Landen schmäh-lich verwüstet, die Kreuze an den Straßen umgestürzt, einige Wappen sogar weggeworfen, an einigen Ortendas Bärenwappen neben dem Freiburger angeheftet und aus etlichen Kirchen die Zierden entfernen lasse».Bern habe trotz den dringendsten Bitten, darüber Recht ergehen zu lassen, solches abgeschlagen, die Zusagedes Schirmes- für die erorberten Lande gefordert und endlich verdeutet, es werde sich in, Nothfall weiterumsehen; da Freiburg ein unparteiisches Recht vor den Eidgenossen verlangt, habe Bern dieses abgewiesen,dagegen verheißen, sich über ein anderes Recht zu vereinbaren, aber während dieser Verhandlungen zu Pcter-lingen eine Kirche ausgeräumt -c. Freiburg bitte nach alldem um Hülfe zum Recht, und für den Fall, daßsolches nicht zu erlangen wäre, um getreues Aufsehen und ungesäumten Zuzug, damit es der Gewalt mitGewalt zu begegnen vermöchte zc.
Zu b. Der Freiburger Abschied sagt kurz, aber erläuternd, man solle gedenken der Bitte des Panner-meisters von Unterwalden, daß M. tKaspar. von Aa bei dem Schreiberamt, „so wir im gelichen", bleibe»möge u. s. w.
Im Solothurner Abschied fehlt der letzte Satz dieses Artikels.