Druckschrift 
4,1,c (1878) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1533 bis 1540
Entstehung
Seite
767
Einzelbild herunterladen
 

October 1536.

767

47 R

Masel. 1536, 15. bis 20. October.

Staatsarchiv Zürich: Absch.Bd. IZ. f. Ii». Ka»to»«archiv Basel: Abschiede löZS

«Adscheid des giitlicheu tags zu Basel, so von wegen der underhandlung der vecht, so zwüschen f/ d.' zuSaffoy und der statt Bern sich haltet, geleistet worden sin sölte uf soutag vor saut gallen tag anno xxxvj.° "

Gesandte: Basel. Theodor Brand, alt-Obcrstzunftmeister; Christoph Offenburg; Bernhard Meyer. Schass-^usen. (Hans) Waldkirch, Bürgermeister.

l. Dieser Tag ist vermöge des Abschieds vom Montag vor Mathäi (18. September) angesetzt, damit die1'äthe des Kaisers und die Botschaften der Eidgenossen, die beim Anfang des Savoyerkrieges gütlich gehandelt,freundliche Unterhandlung zwischen dein Herzog einerseits und der Herrschaft Bern anderseits wieder über-uähinen, fernerer Feindschaft und Gefahr vorgebeugt und die Einigkeit wieder gepflanzt werde. Darauf sindvon Seiten des Kaisers erschienen Herr Leonardus de Gruyeres, Official zu Bisanz, Hr. Niklaus von Gilly,zu Marnould, Ritter, und Hr. Jacob Sturze! von Buchheim, Doctor, als Vermittler beauftragt; des-gleichen die Nathsbotschafteu von Basel und Schaffhansen, als Unterhändler; dazu die Anwälte des Herzogs^on Savoyen, Hr. Ludwig von Bonvillars, Herr zu Mezieres, Gubernator zu Vercell, mit dem Secretarius^o, für die eine Partei, mit aller nöthigen Vollmacht. 2. Nachdem die Räthe des Kaisers und die BotenBasel und Schnffhausen ihre Aufträge eröffnet, haben sich alle willig gezeigt, in der Sache treulich zuhudeln; weil aber von den übrigen Schiedorten und namentlich von der andern Partei niemand erschienen,^ versammelten Unterthädinger jedoch nicht wissen, warum dieselben ausgeblieben und ob nicht vielleicht^ Tag in den einen Abschieden auf Sonntag vor, in den andern aus Sonntag nach Galli festgesetzt worden,^er ob andere Umstände den Besuch verhindert haben, so hat Basel auf de» Rathschlag und das Gutachten^ Schiedorte nach Zürich und Bern freundlich um Auskunft geschrieben. 3. Zürich hat dann schriftlich geant-wortet, die Ursache des Ausbleibeils liege in der Erklärung Berns: iveil die Unterhandlung so lange hinaus-zogen worden, so habe es aus diesem und aus andern Gründen sich entschlossen, des eingenommenen Landeswegen nichts verthädigen zu lassen, weßhalb es auch deu Tag iu Basel nicht besuchen wolle. In Folge diesesBescheids sei Zürich, wiewohl es sehr geneigt wäre, Frieden lind Einigkeit herzustellen, auch daheim gebliebenw>d habe die übrigen Orte in Eile benachrichtigt, damit sie nicht vergebliche Kosten hätten; es erbiete sichzu weiterer Mitwirkung, wenn etivas Gutes zu schaffen wäre. Beinahe gleichförmig hat sich Berit gegenBasel allsgesprochen, daß es bei dem au Zürich gemeldeten Entschlüsse verharre. 4. Den Bericht über dieseEndung der Sache haben die Schiedbotcn mit großem Bedauern vernommen, besonders mit Rücksicht aufd>e weitgehenden Vollmachten, welche die Anwälte des Herzogs gebracht, und demnach beschlossen, zu ihrerwechtfertiguug (uf ir aller noturft") und auf Begehren der savoyischen Botschaft diese Verhandlung in einenAbschied zu verfassen, damit die allseitigen Herren spüren, daß es nicht an ihnen gefehlt habe. 5. Weil aberBasel diese Feindschaft zwischen dem Herzog und den Eidgenossen von Bernmehr als gern" gütlich abgethanso will es ungeachtet des jetzigen Abschlags der Beruer nochmals bei den andern Orteir, die früher"U" gearbeitet, allen möglichen Fleiß ankehren und versuchen, ob nicht mit ihrer Hülfe Bern dennoch zu