750 August 1536,
Herrn aufzurichten ohne Bewilligung der übrigen Orte. Jedes Ort soll jenen Brief hervorsuchen und aufden nächsten Tag zu Baden seine Boten mit Vollmacht abfertigen, ob man einen neuen Brief in gleicherForm errichten wolle. Der Bote von Zürich bemerkt jedoch, es scheine nicht nöthig, eineil geineinsamen Be-schluß zu fassen, sondern es genüge, wenn jedes Ort die angemessenen Maßregeln ergreife. Er sei beauftragt,zunächst anzuhören, und wenn wie vormals das eine Ort dahin, das andere dorthin ziele, zu eröffnen undvorzustellen, durch welche schlimmen Erfahrungen Zürich bewogen worden, einen solchen Antrag zu stellen;gerade der von Seiten des Kaisers geäußerte Rath scheine geeignet, die Sache zu fördern; wenn dies abernichts verfienge, was seinen Herren „seer und leid" wäre (Solothurn einfach: sehr leid wäre), so müßten sieden Handel wieder Gott befehlen, können aber nicht umhin, vor den Folgen zu warnen, da wohl einzusehensei, daß „es" zuletzt nicht zum Guten führen würde. Weil an dieser Sache gar viel gelegen ist, so wirdein anderer Tag nach Baden angesetzt auf Sonntag vor St. Mathäustag (17. September), i». Den kaiser-lichen Gesandten wird der Grafschaft Burgund halb geantwortet, daß man ihnen zu willfahren geneigt sei;sie mögen sich nur erklären, ob sie warten wollen, bis die Eidgenossen ihre Boten zur Vermittlung desKrieges „hinein" senden werden, was freilich noch ungewiß sei, da noch von keiner Partei das ver-langte Geleit gekommen. Wenn die Gesandten aber die Botschaft von Zürich und Lucern zu verwendenwünschen, so soll dieselbe entsprechen. «». Da ein Dorf in der Grafschaft Burgund von französischemKriegsvolk aus dem Schlosse Vaulcauler (?) überfallen, die Unterthanen geplündert und zum Theil weggeführtworden, so empfehlen die Anwälte diesen Vorfall zu mündlicher oder schriftlicher Beschwerde bei dem Königoder dessen Gesandten. K». Die verlesene Copie einer Verschreibung des Königs gegen Burgund läßt mansich gefallen; sie soll daher in französischer Sprache ausgefertigt, von Seiten der Grafschaft aber eine ent-sprechende ausgestellt werden. «F. Die Gesandten des Kaisers ziehen ferner an, es seien ihnen auf mehrerenTagen zu Baden besiegelte Abschiede zugekommen, daß die Eidgenossen in dein jetzigen Kriege nicht Parteiergreifen, sondern ihre Knechte daheim behalten und von beiden Parteien heimmahnen wollen; darauf habeder Kaiser die in seinem Dienste gestandenen eidgenössischen Knechte ausbezahlt und entlassen; von der Gegen-partei komme aber niemand zurück; ja es laufen dem König immer noch Leute zu, was wider jenen Ab-schied sei; sie bitten daher inständig, daß die Eidgenossen an ihren Beschlüssen festhalten und Vorsorge treffen,damit ihre Knechte nicht mehr weglaufen, auch die Weggelaufenen heimkehren. Ohne Vollmacht, gibt manfolgende Antwort: Man bleibe bei dem auf den zwei letzten Tagen ertheilten Bescheid; man bedaure sehr, daßdie Angehörigen sich nicht gehorsamer zeigen; weil aber gegenwärtig bei 6000 Landsknechte bei dem Königdienen, obwohl sie des Kaisers Unterthanen seien, und vormals, während man mit Kaiser Maximilian gegenFrankreich gekriegt, letzeres Mailand mit deutschen Knechten erobert habe, die trotz allen Verboten zu ihmgezogen, so werde der Ungehorsam unbillig den Obrigkeiten zur Last gelegt. i. Am Schlüsse des Tageslangt ein Schreiben des römischen Königs ein in Betreff des Edelmanns, der auf dein Gebiete Graubündensgefangen worden; es sei dies ohne sein Wissen und Willen geschehen. Es ist ein Schreiben von PancrazMötteli beigelegt, worin er meldet, er habe von den Eidgenossen gegen die Franzosen einen Rechtssprucherlangt, denselben offen abgesagt und darum den Edelmann als einen Hauptmatt der Franzosen ergriffen;(Solothurn: wenn „Sr. Mast." es verlange, so wolle er mit ihm zu ihr kommen). Der König hat auch eineCopie seiner Verantwortung gegen die Bündner eingesandt und bittet, bei denselben auszuwirken, daß sienichts Thätliches gegen Osterreich vornehmen, sondern die Erbeinung halten. Was man ihm geantwortet undnach Bünden geschrieben hat, weiß jeder Bote. «. Der Commenthur von Hitzkirch legt eine Rechnung ab,