744 August 1536.
2) 10. August (Laurentii). St. Galleu an Zürich. Antwort auf das Begehren, alt - Burgermeister vr. ,Vadian zur Anhörung der Basler Gesandtschaft zc. abzuordnen. Mau wäre ganz begierig, diesem Wunsche
zu entsprechen, und habe den Genannten zum höchsten gebeten, jenen Tag zu besuchen; er selbst habe sichwillig erklärt, sei aber durch Krankheit verhindert, eine solche Reise zu machen. Das bitte man freundlich zuentschuldigen zc. St. A. Zürich: A. RcligwnSsachen.
3) 15. August (U. l. Fr. Tag ihrer Himmelfahrt). Zürich a» Bern. Die Gelehrten derer vonBasel, die heute vor Burgermeister, Rüthen und Burgern von Zürich gewesen, werden, wie sie hier gethan,so die von Bern berichten, was in Betreff der Einigung wegen des Sacraments anfänglich zu Wittenberg,dann zu Straßburg, zu Basel und jetzt zuletzt in Zürich verhandelt worden sei. Die Declaration und Läu-terung, die zu Straßburg und jetzt zu Zürich („hie") über vr. Marti» Luthers Artikel gestellt worden, seizwar denen zu Zürich nicht mißfällig; sie halten dafür, daß dieselbe der in Basel verfaßten Confession nichtzuwider und der Meinung, die bisher gepredigt und bei der Disputation in Bern aufrecht erhalten worden,„ähnlich" genug sei. Doch habe mau mit Rücksicht auf den im Februar von den oberländischcn Städten zuBasel gefaßten Abschied, wornach keine Stadt ohne Vorwissen .der andcrn in Sachen der Confession wederetwas ändern, noch beschließe», noch im Druck ausgehen lassen solle, nichts Bestimmtes verfügen, noch durchdie Gelehrten diese Declaration bestätigen und unterschreiben lassen wolle»; vielmehr habe man geantwortet,daß man vorab die Meinung derer von Bern, Schaffhausen und St. Gallen vernehmen wolle, zu welchemZwecke ein Tag auf gelegene Malstatt angesetzt werden möge. St. A. Zürich: Missivcnbuch: isss, k. 20s.
4) 17. August. Erklärung der „Diener zu Bern" über Luthers Confession und die dazu gegebeneStraßburger Declaration. Sie lassen (mit näherer Begründung) die „Artikel", da dieselben der zu Baselvereinbarten Confession zuwider, auf sich beruhe». Aber die Declaration von Capito und Butzcr mögen sieneben jener Confession wohl dulden, soweit dieselben wirklich übereinstimmen; doch wollen sie hierin ohneMitrath der andern obcrländischen Kirchen nichts beschlossen haben und auf bessern Bericht der göttlichen Wahr-heit immer gerne folgen. St. A.Zürich: A.ReligionSsachm.
5) 21. August. St. Gallen schreibt an Zürich, zur Antwort auf die mitgetheilten Wittenberger Artikel zc.,es wolle diese Schriften aufmerksam prüfen und in solchen Sachen, welche die Ehre Gottes und sein Wortbetreffen, immer allen Ernst und Fleiß anwenden, zc. >>>. ib.
6) 21. August. Constanz an Zürich. Es werde wissen, was zu Wittenberg mit den sächsischen Prädi-canten gehandelt worden; da nun die aufgesetzten Artikel einer Concordie an sich selbst und in ihren FolgenWohl zu erwägen seien, so erachte man für nothwendig, sich mit einigen Verwandten zu berathen, ob man sieunterschreiben wolle, und bitte daher Zürich, wenn es in dieser Sache auch zu handeln gedächte, noch nichtszu beschließen, bis man weitern Bericht gegeben hätte; es möge auch Bern, Basel Schaffhausen und andereevangelische Städte ermahnen, so lange zurückzuhalten. >>>.»,.
7) 23. August. Bern an Zürich. Antwort auf dessen Anzeige, wie Myconius und Grynäus erschienen Zc.,und Mittheilung der von den Berncr Prädicanten gegebenen Erklärung. Da man gehofft, daß jedem mitder Confession von Basel genug geschehen wäre, und man dennoch weiter angesucht werde, so erachte manauch (wie Zürich) für gut, den Handel wohl zu bedenken und nicht leichthin etwas zu beschließen. Damitman nun darin vereinigt und nicht getheilt werde, habe man Basel ersucht, einen Tag für alle Confessions-verwandten auszuschreiben und auch die Straßburger Prediger dazu einzuladen. >>>. >>>.
8) 24. August (Bartholomä). Zürich an Schaffhausen. Mittheilung des Inhalts eines Schreibens vonConstanz, das heute angekommen sei. Zürich habe »ach Constanz geantwortet, es zweifle nicht, daß die vonSchaffhausen dem Gesuche von Constanz entsprechen werden, zumal die Botschaft und die Gelehrten von Basel,welche dieser Angelegenheiten wegen nach Schaffhausen und an andere evangelische Städte der Eidgenossen-schast abgefertigt worden, wieder heimgekehrt seien und sofort einen Tag ausgeschrieben haben, damit dieRathsboten und Gelehrten der christlichen Städte sich unterreden und berathen können.
K.A. Schaphausen: Correspondenzen.