August
„ich üch gar nit verhalten wyl;
„es wurd zuletzet dahin kon,
„waltend ir nit von üwcrm ston,
„darzu verachten sölcher gstalt„das rechtpot, das man billich halt„für hoch und groß, nf dise pan«niüßtind ir üch wol wysen lan;
„dan unser Herrn und obern all„gesinnet sind in disem fall,
„ze helfen dem, der rechtz begert,
„damit er rechtens iverd gewärt;
„man kann die pünd nit fallen lon„und gwalt für recht hin lassen gon,
„so müssind ir üch wysen lon,
„Lieben Herren, das b'denkend wol,
„man sich zum rechten schicken sol„und anders da nit gryfen in,
„dan das den pttnden gmäß mag syn;
„des wil ich üch vermanet han,
„im besten wellend ir's verstau;
„es sol nüntz, das inan also precht,
„nian muß es füren us mit recht.
»Ist Jsenhnt ain söllich man„und hat dermaßen fachen than,
„als ir in zychend, so gond dran;
„mit recht wird im am wirsten than.
„Ist er dan ja ain biderb man,
„so sol der billich unrecht han,
„der in des anfangs zygen hat;
"den straf man ouch nach sincr that;
„den weg so mögend ir gar schon„Zu frid und guten ruwen kon;
1536. 74Z
„suß thuend die fachen nimmer recht.
„Daruf do ward an (ain?) mörtlich precht,
„und redt ain ieder, was er wot.
„Von Zürich was ain eerlich Bot,
„der mocht do uf den stul nit kon,
„es wot in niemand reden lon,
„und wo etlich nit hettind gwert,
„ab dem stnl hctt inan abha zert
„den aman, der die red hct thon.
„All boten hat da wunder gnon,
„daß man nit änderst darzu thät,
„die klainen oder großen rät,
„damit man zucht und ordnung hielt
„und sich dermaßen nit zerspiclt
„mit schweren, trönwen, mit geschrei,
„mit bösen warten allcrlay.
„Da kond man aber schaffen nüt,
„dann daß die rouwen, wilden lüt
„die boten hicßcnd ab dem plan
„wol ushin uf ein syten ston,
„und kond man koum erhahen (erhalten?) das,
„do dozmal ircn antwort was:
„bin» landrecht sött man s blybcn lon,
„die pünd, die wellinds halten schon;
„es wär von alter komen här,
„daß man niemand ains rechten wär
„vorm land; das weit man blyben lon;
„das best soltind die boten thon,
„und solichs sich uf bnügen han.
„Die boten furend bald darvon."
Stadtbibliothck St. Gallen: Vadians Spruch, S.132 flg. Vergl.auch Zellweg er, Geschichte des appenzellischen Volkes lll, S. LL0.
4SS.
Zürich, Wern, SchaMaufen. 153ü, l 5. Aitgust :c.
Verhandlung zwischen den evangelischen Städten und Abgeordneten (Myconins und Grynäus) von Basel.3Vir sind auf die Mittheilnng folgender Missiven angewiesen;
1) 1536. 7. August. Basel an Zürich. Nachdem die Straßbnrgcr gemeldet, was der Concordie halbZwischen Luther und ihre» Gelehrten gehandelt worden, habe man einige Prädicanten dahin geschickt, um sichüber Alles näher zu erkundigen, und demgemäß für gut erachtet, auch die Diener des Herrn in Zürich zuberichten; darum gedenke man auf nächsten Freitag Abend (11. August) eine Rathsbotschaft sammt etliche»Prädicanten hichcr zu senden. Weil nun vr. Vadian zu St. Gallen in dieser Handlung vielen Nutzen stiftenkönnte, so bitte man freundlich, ihn auf den genannten Tag zu beschreiben. et. A. Zürich: A. RcNgi°n«,ach-n.