Druckschrift 
Neu-entdeckte Gedichte Ossians
Entstehung
Seite
183
Einzelbild herunterladen
 

183Der Tod Asalas. Ein Gedicht.den Mauern. Traurig, durch die Saiten ihrerHarfe, erklang die dumpfe Stimme des Leidens.Unglücksahndungen schwollen in ihrer Seele. Er-schrocken sprang sie vom Schlaf auf.Dann stand vor ihrem Auge der zornige Geistvon Larnul. Sein Antlitz war finster: seine Hän-de mit geronnenem Blute bedeckt. Gräßlich gähn-te die Wunde seiner Brust. Schreckbar, und dro-hend schien er zu winken: mit wehender Hand be-fahl er seinen Schritten zu folgen.Stark schlug ihr das Herz. Ihr Busen wardbeklemmt. Ihr schütterten die Knie, da sie sich hob.Selbst bewustes Laster entstellte ihre Bildung.Unwillig, mit Furcht durchdrungen, wollte siebleiben: doch stürzte sie endlich durch die Schatten.Vor ihr schritt, in seiner scheußlichen Größe, dro-hend, das leidige Gespenst.Die Winde pfiffen durch ihr losses fliehendes Haar.Wild waren ihre Blicke; ihr sonst liebliches Antlitzblaß und verworren. Traurig gieng sie über dieHeide: bebend durchwanderte sie den Wald: grau-send stieg sie vom Berge herab: endlich erreichteM 4